ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2013Papulopustulöse Rosacea: Doxycyclin ist Therapie der Wahl

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Papulopustulöse Rosacea: Doxycyclin ist Therapie der Wahl

Dtsch Arztebl 2013; 110(16): A-791

EB

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Niedrigdosiert und mit spezieller Galenik erzielt das Arzneimittel antientzündliche Effekte, aber ohne unerwünschte antibiotische Wirkungen.

Doxycyclin ist bisher das einzige Präparat, das für die systemische Therapie der Rosacea zugelassen ist. Wegen seiner besonderen Galenik und seiner antientzündlichen, nicht aber antimikrobiellen Wirkung hat es sich inzwischen als erste Wahl bei der systemischen Therapie der papulopustulösen Rosacea etabliert.

Eine systemische Therapie ist insbesondere bei schweren oder bei therapieresistenten, leichteren Formen der Rosacea indiziert. Lange Zeit erfolgte diese Therapie mit Tetrazyklinen (speziell mit Doxycyclin und Minocyclin) in antibiotisch wirksamer Dosierung, ohne dass hierfür eine Zulassung bestand. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass die Wirksamkeit der Tetrazykline bei Rosacea auf einen antientzündlichen Effekt zurückzuführen ist und nicht auf antibiotische Wirkmechanismen.

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Weniger Nebenwirkungen

Dieser antientzündliche Effekt kann allerdings bereits mit niedrigeren Dosen erzielt werden (zum Beispiel 40 mg Doxycyclin in teilretardierter Formulierung). Die in der Vergangenheit eingesetzten Dosen von 100 bis 200 mg Doxycyclin oder Minocyclin täglich sind klinischen Studien zufolge nicht besser wirksam. Dies ist von besonderer Bedeutung für Patienten, die über Nebenwirkungen (Candidose, gastrointestinale Unverträglichkeit, Lichtempfindlichkeit, Hyperpigmentierungen) dieses Therapieregimes gelitten haben. Zudem gibt es Patienten, die Bedenken haben, ohne Infektion über Monate ein Antibiotikum einzunehmen.

Aufgrund der Studienergebnisse und angesichts der Zulassung für Rosacea sollte einer kürzlich publizierten Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft* zufolge zur systemischen Therapie der Dermatose die 40 mg Docycyclin-Dosis mit veränderter Wirkstofffreisetzung bevorzugt werden.

Doxycyclin in teilretardierter Formulierung (Oraycea®, Galderma) setzt aufgrund seiner besonderen Galenik 30 mg Doxycyclin sofort und 10 mg Doxycyclin retardiert frei. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung wirkt es antientzündlich, nicht aber antimikrobiell. Daher ist nicht mit einer Induktion von bakteriellen Resistenzen zu rechnen. Weiterhin zeigt Doxycyclin – nach den Ausführungen der aktualisierten Leitlinie – ein günstigeres Nebenwirkungsprofil als Minocyclin, so dass dieser Wirkstoff laut Leitlinie nicht mehr als Erstlinientherapie inflammatorischer Dermatosen in Betracht gezogen werden sollte.

In einer Pilotstudie zeigte sich Doxycyclin in niedriger Dosierung auch wirksam bei der Behandlung der okulären Rosacea. EB

* AWMF-Register Nr. 013/065, Klasse: S1,
www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-065l_S1_Rosazea_2013-03.pdf,
Kapitel 6.3. Systemische Therapie

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