ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2013Fehlverhalten: Populistisch
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Die vom GKV-Spitzenverband Bund (SpiBu) angeblich für die Jahre 2010 und 2011 festgestellten rund 53 000 Verdachtsfälle von Fehlverhalten im Gesundheitswesen beziehen sich überwiegend auf immer schon strafbaren Leistungs- und Abrechnungsbetrug aller Beteiligten . . . Aus reinem Populismus werden die Verdachtsfälle vom SpiBu nicht weiter aufgeschlüsselt. Denn Vertragsärzte sind dabei absolute Minderheit.

Dies weiß man aus früheren Erhebungen: Die KKH-Allianz hatte für das Jahr 2011 in ihrem GKV-Geschäftsbereich eine Gesamtschadenssumme von 934 000 Euro durch Fehlverhalten im Gesundheitswesen in 589 Fällen errechnet, wie Ingo Kailuweit als Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz darlegte. Am häufigsten hätten nach seinen Ermittlungen die Physiotherapeuten betrogen. Darauf folgten Apotheken und die häusliche Pflege. Ärzte stünden erst an vierter Stelle – ebenso bei den errechneten Schadenssummen. Stationäre Behandlungen, Apotheken und Physiotherapie führten hier die Liste an. Sowohl qualitativ als auch quantitativ sind andere Leistungsanbieter und -erbringer innerhalb der GKV Hauptverdächtige.

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Wir haben über Ärztekammern und KVen etablierte Möglichkeiten, gegen Korruption im Rahmen von Berufs- und Standesrecht vorzugehen. Ansätze von vergleichbarem Engagement beziehungsweise medialer und gesellschaftspolitischer Aufmerksamkeit sind in anderen Bereichen des Gesundheitswesens nicht erkennbar. Solange ist es völlig unangemessen, die Kampfzone einseitig auf selbstständig tätige Humanmediziner auszuweiten.

Literatur beim Verfasser

Dr. med. Thomas G. Schätzler, 44135 Dortmund

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