ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2013Tuberkulose: Ergänzungen
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Vielen Dank für den schönen Übersichtsartikel zur Tuberkulose in Indien. Ich möchte ein paar Dinge ergänzen. Es sind die Neuerkrankungen, nicht die Neuinfektionen, die erschrecken und natürlich, wie von Ihnen erwähnt, mit den Komorbiditäten, insbesondere HIV, sowie Urbanisierung und Armut zusammenhängen.

Solange MDG 1 (Millennium Development Goal/reduce extreme poverty and hunger) nicht erreicht ist, wird die angepeilte weltweite Eradikation der Tuberkulose bis 2050 nicht umsetzbar sein.

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Als problematisch in Bezug auf MDG 6 (combat HIV/Aids, Malaria and other diseases) ist unter anderem zu sehen, dass wir gar nicht wissen, was überhaupt die Prävalenz der Tuberkulose ist, schon gar nicht in Ländern mit hoher HIV-Infektionsrate, wo der mikroskopische Nachweis säurefester Stäbchen eben nicht zuverlässig ist. Die Erfolgsmeldungen bezüglich der globalen Reduktion der TB-Prävalenz sind somit meines Erachtens mit Vorsicht zu genießen.

Und während laut UN zwischen 1995 und 2006 durch die Therapie der TB sechs Millionen Menschenleben gerettet und 41 Millionen erfolgreich behandelt wurden, erwähnen Sie ganz richtig, dass die Zahl der M- und XDR-Keime ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat – unter anderem wegen des übrigens leider auch bei uns praktizierten gedankenlosen Umgangs mit Antibiotika. Hier möchte ich die Staaten der ehemaligen Sowjetunion erwähnen, wo ein Umfang der Resistenzentwicklung gelungen ist, die ihresgleichen sucht. Dass die Firma Janssen mit der Herausgabe von Bedaquiline zögert, ist angesichts der oben genannten Entwicklung und den zugrundeliegenden Unzulänglichkeiten der jeweiligen Gesundheitssysteme nicht weiter verwunderlich . . .

Literatur bei der Verfasserin

Dr. med. Dorit Maoz, 80637 München

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