ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2013Berufsethos: Empathie und Ethos
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. . . Die Diskussion um den Begriff der Ökonomie sollte nicht nur auf begrenzte wirtschaftliche Ressourcen fokussieren, sondern auch auf die Öko­nomi­sierung im Umgang mit Empathie und Ethos. Die Vermittlung eines empathisch geführten Patientenkontaktes und der Weg zu einer von Ethos und Moral geprägten gemeinsamen Entscheidung mit dem Patienten sind ein komplexer didaktischer Prozess. Die ausschließliche Kritik an der Öko­nomi­sierung des Gesundheitswesens verhindert nicht die Etablierung des „versteckten Curriculums“.

Der Weg zu einem gelebten Berufsverständnis führt unter anderem, wie benannt, über Lehrer und Vorbilder – ein Widerspruch zu einer gelebten „moralischen Ökonomie“ ist dies jedoch nicht. Eher ein Weg zur Ökonomie mit weniger Ökonomen und mehr Ärzten. Dies beginnt bei der Wertschätzung ärztlicher Leistung unabhängig von finanziellen Reizen und dem ökonomischen Umgang mit dem Ethos. Hier sollte tatsächlich mehr investiert werden in eine lebensnahe Lehre, im Rahmen derer die beschriebenen Konflikte nicht nur zufällig, sondern regelhaft gelehrt werden. Ein Bekenntnis zu diesen Inhalten durch die Verfasser der Approbationsordnung und die Verantwortlichen der Lehre ist jedoch hierzu unbedingte Voraussetzung. Zudem müssen Ärzte sich öffnen für die Übernahme der Verantwortung in Sachen Ökonomie. Sonst tun dies andere.

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Literatur beim Verfasser

Dr. med. Jens Abendroth, Universitätsklinikum Halle, Sektion Allgemeinmedizin, 06112 Halle

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