ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Widersprüchliche Aussagen
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Der Beitragvon Scharhag et al. (1) bietet eine Fülle von Informationen. Eine konkrete Angabe für eine gesunde Belastungsgrenze fehlt mir leider.

Im Abschnitt über die EKG-Veränderungen finden sich zwei scheinbar widersprüchliche Aussagen:

  • Bei Ausdauersportlern im mittleren und höheren Lebensalter kommt es häufiger zu Vorhofflimmern als bei gleichaltrigen Inaktiven.
  • Moderates Ausdauertraining kann das Risiko für Vorhofflimmern im Alter sogar senken.

Zu erklären ist dieser Widerspruch nur mit der Intensität des Ausdauersports. Intensiveres Training führt wohl eher zu einer Überdehnung des linken Vorhofes. Das Remodeling begünstigt dann das Vorhoflimmern. Bei Blutdruck, Puls und Cholesterin kann die Medizin klare Grenzwerte definieren. Für mich als Allgemeinarzt wäre es sehr wichtig zu wissen, wo das Limit für eine gesunde körperliche Belastung zu setzen ist. Was kann ich meinen Patienten noch als moderates Ausdauertraining empfehlen?

Zu dieser für den Alltag relevanten Frage kann die Forschung offensichtlich noch keine evidenzbasierten Daten liefern. Vor vielen Jahren gab es eine „Trimm dich Aktion 130“. Die Pulsfrequenz 130 als pauschale Angabe für Jedermann ist jedoch zu undifferenziert und wahrscheinlich auch nicht wissenschaftlich abgesichert. Ich würde es begrüßen, wenn man klare Grenzen definieren könnte, die vom Alter und vom Gewicht abhängig sind. Dazu bietet sich zunächst eine altersabhängige Leistung in Watt/kg Körpergewicht an. Noch einfacher wäre die Angabe einer Belastungsgrenze in Prozent der maximalen altersabhängigen Pulsfrequenz. Dies könnte die Basis künftiger Studien sein.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0299a

Dr. med. Joachim Liebendörfer

Arzt für Allgemeinmedizin, Ostelsheim, Liebendoerfer.Ostelsheim@t-online.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Scharhag J, Löllgen H, Kindermann W: Competitive sports and the heart: benefit or risk? Dtsch Arztebl Int 2013; 110(1–2): 14–24.
VOLLTEXT
1.Scharhag J, Löllgen H, Kindermann W: Competitive sports and the heart: benefit or risk? Dtsch Arztebl Int 2013; 110(1–2): 14–24.
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