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Zunächst ist es wichtig, zwischen Leistungssport und Gesundheitssport zu unterscheiden. So ist Vorhofflimmern bei leistungssportlich aktiven „Ausdauersportlern im mittleren und höheren Lebensalter mit langer Trainingsanamnese” (1) häufiger zu finden (Alter in [2]: 51 ± 9 Jahre). Ist man hingegen gesundheitssportlich mit einer mittleren Belastungsintensität aktiv, tritt Vorhofflimmern bei ≥ 65-Jährigen im Vergleich zu körperlich Inaktiven oder Aktiven mit hohen Belastungsintensitäten seltener auf (3). Infolgedessen ist hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Vorhofflimmern und Belastungsintensität von einer U-förmigen Kurve auszugehen (3). Die zugrundeliegenden Ursachen sind allerdings weitestgehend unbekannt, so dass über verschiedene Aspekte diskutiert beziehungsweise spekuliert wird, von denen wir einige im Artikel genannt haben. Da im Leistungssport jedoch weder kontrollierte randomisierte Studien noch interventionelle Untersuchungen an gesunden Athleten möglich sind, können auch künftig lediglich gut geplante prospektive Längsschnittstudien mehr Licht ins Dunkel bringen.

Bezüglich der zu empfehlenden gesundheitssportlichen Trainingsintensität existieren keine alters- und gewichtsabhängigen Grenzen. Eine Intensitätsangabe in Watt/kg Körpergewicht eignet sich lediglich für Radsportler mit entsprechendem (teurem) Equipment oder Fahrradergometer-Training. Eine pauschale Intensitätsvorgabe in Prozent der maximalen altersabhängigen Pulsfrequenz ist nicht ratsam, da diese weder die individuelle Leistungsfähigkeit noch die individuelle Varianz der maximalen Herzfrequenz berücksichtigt. Präzise Trainingsempfehlungen für Ausdauerbelastungen können anhand eines leistungsdiagnostischen Belastungs-EKG mit individuellen Herzfrequenzvorgaben abgeleitet werden. Dies ist insbesondere bei Patienten zu empfehlen, die eine obere Herzfrequenz als Belastungsgrenze benötigen (zum Beispiel Herzsport-Teilnehmer). Für gesunde Präventivsportler sind Herzfrequenzvorgaben nicht zwangsweise notwendig. Sie sollten so laufen, dass sie dabei noch sprechen können. Aber auch gelegentliche intensivere Intervalle sind möglich. Den aktuellen Empfehlungen folgend sollte präventiver Ausdauersport etwa 3- bis 5-mal 30–60 min/Woche betrieben werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0299b

PD Dr. med. J. Scharhag
Innere Medizin III: Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
Universitätklinikum Heidelberg, juergen.scharhag@med.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. med. H. Löllgen
Praxis für Innere Medizin, Kardiologie, Sportmedizin, Remscheid

Prof. em. Dr. med. W. Kindermann
Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Scharhag J, Löllgen H, Kindermann W: Competitive sports and the heart: benefit or risk? Dtsch Arztebl Int 2013; 110(1–2): 14–24. VOLLTEXT
2.
Abdulla J, Nielsen JR: Is the risk of atrial fibrillation higher in athletes than in the general population? A systematic review and meta-analysis. Europace 2009; 11: 1156–9. CrossRef MEDLINE
3.
Mozaffarian D, Furberg CD, Psaty BM, Siscovick D: Physical activity and incidence of atrial fibrillation in older adults: the cardiovascular health study. Circulation 2008; 118: 800–7 CrossRef
1.Scharhag J, Löllgen H, Kindermann W: Competitive sports and the heart: benefit or risk? Dtsch Arztebl Int 2013; 110(1–2): 14–24. VOLLTEXT
2.Abdulla J, Nielsen JR: Is the risk of atrial fibrillation higher in athletes than in the general population? A systematic review and meta-analysis. Europace 2009; 11: 1156–9. CrossRef MEDLINE
3.Mozaffarian D, Furberg CD, Psaty BM, Siscovick D: Physical activity and incidence of atrial fibrillation in older adults: the cardiovascular health study. Circulation 2008; 118: 800–7 CrossRef
MEDLINE PubMed Central

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