ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion: Kein Therapieeffekt der PDE-5-Hemmung

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion: Kein Therapieeffekt der PDE-5-Hemmung

Dtsch Arztebl 2013; 110(17): A-832 / B-722 / C-722

Vetter, Christine

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Für Patienten mit Herzinsuffizienz bei erhaltener Auswurffraktion gibt es wenig effektive Therapieoptionen. Ob die Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase-5 (PDE-5) ein wirksames Prinzip sein könnte, wie tierexperimentelle und präklinische Untersuchungen andeuten, ist in einer randomisierten Doppelblindstudie bei 216 Patienten (mittleres Alter 69 Jahre, 48 % Frauen) mit stabiler Herzinsuffizienz (NYHA II bis IV) und Auswurffraktion ≥ 50 % geprüft worden. Die Patienten erhielten placebokontrolliert 12 Wochen lang dreimal täglich 20 mg und anschließend 12 Wochen lang dreimal täglich 60 mg Sildenafil.

Weder in der Placebo- noch der Sildenafil-Gruppe gab es eine mediane Änderung (IQR, Inter Quartile Range) beim maximalen Sauerstoffverbrauch (ml/kg/min) als primärem Endpunkt (Placebo: –20, IQR –0,70 bis 1,00, Sildenafil: –20, IQR –1,70 bis 1,11; p = 0,90). Auch der Score des klinischen Status unterschied sich nach 24 Wochen nicht signifikant (Placebo: 95,8; Sildenafil: 94,2; p = 0,85). Im 6-Minuten-Gehtest waren ebenfalls keine Unterschiede festzustellen (Placebo 15,0 m; IQR –26,0 bis 45,0; Sildenafil 5,0 m; IQR –37,0 bis 55,0; p = 0,92). Allerdings gaben 76 % der Patienten unter Placebo und 80 % unter Verum unerwünschte Therapieeffekte an, davon schwere Nebenwirkungen 16 % unter Placebo und 22 % unter Sildenafil.

Fazit: Die Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase-5 hat offensichtlich keinen Effekt auf die maximale oder submaximale körperliche Belastbarkeit bei Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener Ejektionsfraktion. Die PDE-5-Hemmung vermittelt ferner keine Besserung des klinischen Status, des linksventrikulären Remodelings, der Lebensqualität oder anderer Parameter. Hinweise aus experimentellen und präklinischen Studien, wonach eine PDE-5-Hemmung positive Effekte bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion haben könne, seien im klinischen Setting nicht zu bestätigen gewesen, konstatieren die Autoren. Christine Vetter

Redfield MM, Chen HH, Borlaug BA, Lee B, et al.: Effect of phosphodiesterase-5 inhibition on exercise capacity and clinical status in heart failure with preserved ejection fraction. JAMA 2013; 309: 1268–77. MEDLINE

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