ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Erste Hilfe: Laien trauen sich Reanimation nicht zu

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Erste Hilfe: Laien trauen sich Reanimation nicht zu

Dtsch Arztebl 2013; 110(17): A-805 / B-701 / C-701

dpa

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In Deutschland fühlen sich viele Menschen mit Erster Hilfe bei einem Herzanfall überfordert. Nur in 18 Prozent solcher Notfälle trauten sich Laien Wiederbelebungsmaßnahmen zu, beklagt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). „Damit ist Deutschland Schlusslicht unter den EU-Ländern“, sagte Generalsekretär Prof. Dr. med. Hugo Van Aken zum Auftakt der DGAI-Jahrestagung. In skandinavischen Ländern liege die Quote bei 70 Prozent.

„In Deutschland ist leider noch zu wenig bekannt, wie einfach Erste Hilfe bei einem Herzanfall sein kann“, erklärte Van Aken. Nach seiner Einschätzung fühlen sich viele Menschen überfordert, „weil sie fälschlicherweise an die stabile Seitenlage oder an eine Mund-zu-Mund-Beatmung denken“.

Prüfen, rufen, drücken: So lautet das Motto der Kampagne der Anästhesisten. Foto: iStockphoto
Prüfen, rufen, drücken: So lautet das Motto der Kampagne der Anästhesisten. Foto: iStockphoto
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Mit Plakaten, Werbespots und Unterricht an Schulen will die DGAI zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit die Bevölkerung aufklären. Die auf fünf Jahre angelegte Aktion heißt „Prüfen – Rufen – Drücken“. Die Schlagworte stehen für die drei Schritte, die im Ernstfall beachtet werden müssen. So sei es zunächst wichtig, den Zustand des Betroffenen zu überprüfen. Danach müsse der Notarzt gerufen werden. Bis zu dessen Eintreffen sei es wichtig, den Brustkorb des Patienten 100-mal pro Minute vier Zentimeter nach unten zu drücken.

Ob die Kampagne Erfolg hat, will die DGAI mit Hilfe des Deutschen Reanimationsregisters überprüfen. Die Verläufe von Herzstillständen von etwa 250 Notarzt-Standorten werden dort erfasst. dpa

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