ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Börsebius: Gar nicht mehr gülden

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Börsebius: Gar nicht mehr gülden

Dtsch Arztebl 2013; 110(17): A-845 / B-736 / C-733

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Anfang September 2011 war eine wunderbare Zeit für Gold und natürlich auch für alle Anleger, die sich vor diesem Termin das Edelmetall zugelegt hatten. Mit 1 895 US-Dollar je Feinunze markierte der Goldpreis sein bisheriges Allzeithoch. Die Begründung dafür war – damals – so schlicht wie richtig. Wenn der Euro kaputtgeht, ist Gold genau die richtige Krisenalternative und als Inflationsabwehrinstrument eh bestens geeignet. Es lebe der Sachwert. Und wie das in Zeiten eines Hypes immer so ist, gab es in den Augurenmeinungen nur noch eine Richtung, es gehe auch weiterhin steil nach oben, 10 000 Dollar je Unze waren durchaus schon im Meinungsspektrum vertreten.

Doch das ist alles Schnee von gestern. Aktuell erleben die Marktteilnehmer auch mal die andere Seite der Medaille, nämlich einen veritablen Absturz des Goldpreises. Verwundert bis schockiert fragen sich viele, wie es denn kommen konnte, dass der Unzenpreis so dramatisch abstürzen konnte. Mitte April lag das Londoner Fixing nur noch bei 1 378 Euro. Ein böses Erwachen also.

Wen wundert’s, dass urplötzlich auch wieder eine Schar von Erkläraposteln auf den Plan getreten ist, die nun allerlei Interpretationsversuche feilbieten, warum das denn nun genau so kommen musste. Manche reden von einer Manipulation des Goldpreises, andere flüstern von unerlaubten Absprachen, vor allem im Internet schießen allerlei Verschwörungstheorien ins Kraut, teilweise abstrusester Art.

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Vermutlich ist es so, dass der Niedergang des Goldpreises verschiedene Väter hat. Vor allem fällt wohl ins Gewicht, dass die Eurokrise, allen Rückschlägen zum Trotz, mittlerweile als beherrschbar angesehen wird und sich die Konjunkturaussichten für nächstes, spätestens übernächstes Jahr aufhellen dürften. Die Inflationsgefahr wird derzeit auch noch als überschaubar angesehen.

Hinzu kommt, dass immer mehr Marktteilnehmer folgende Einsicht dämmert: Wenn Staaten künftig in Not geraten, werden die Geldgeber auch darauf drängen, dass diese ihre Goldbestände „versilbern“, und bei den infrage stehenden Tonnen kommt da schon einiges zusammen. So gesehen hat der Goldpreis noch ziemlich Luft nach unten. Und ist gar nicht mehr gülden.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 4. Mai 2013 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenlose Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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