ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1996Bei allen Antibabypillen auf Thromboserisiko achten

POLITIK: Medizinreport

Bei allen Antibabypillen auf Thromboserisiko achten

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Die Verordnung von oralen Kontrazeptiva der 3. Generation, die Gestoden oder Desogestrel als Gestagenkomponente enthalten, muß nicht eingeschränkt werden. Zu diesem Ergebnis gelangte jetzt der Arzneispezialitätenausschuß der Europäischen Union (CPMP) in London. Die Entscheidung wurde nach eingehender Bewertung der vorliegenden sowie neuer wissenschaftlicher Daten getroffen. Der CPMP wies in seinem Statement darauf hin, daß bei der Verordnung "aller" Antibabypillen auf das Risiko von Thrombosen geachtet werden müsse.
Im November 1995 hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf der Basis von drei – zu jenem Zeitpunkt nicht veröffentlichten – Studien die Anwendung dieser oralen Kontrazeptiva bei Erstanwenderinnen unter 30 Jahren vorläufig untersagt. Hierbei war bekanntgeworden, daß bei Frauen, die Gestoden- oder Desogestrel-haltige Antibabypillen eingenommen hatten, etwa zweimal häufiger Beinvenenthrombosen und Lungenembolien auftraten als bei Frauen, die Kontrazeptiva der 2. Generation verwendet hatten. Andererseits gab es Hinweise darauf, daß bei den neueren "Pillen" weniger Herzinfarkte auftreten. Ob das Herzinfarktrisiko bei der Einnahme von Kontrazeptiva verschiedener Generationen unterschiedlich beeinflußt wird, sieht der CPMP auch nach Analyse der neueren Daten als nicht geklärt an. Weitere Studien sollen diese Bewertung möglich machen. zyl

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