ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Arzneimittel: Nutzenbewertung künftig auch vom Bestandsmarkt

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Arzneimittel: Nutzenbewertung künftig auch vom Bestandsmarkt

Dtsch Arztebl 2013; 110(17): A-804 / B-700 / C-700

Korzilius, Heike

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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat am 18. April Kriterien beschlossen, nach denen bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel zur Nutzenbewertung aufgerufen werden. Zugleich hat das Gremium erste Wirkstoffe bestimmt, die in den nächsten Monaten nacheinander für eine solche Bewertung herangezogen werden. Betroffen sind Präparate zur Behandlung von starken Schmerzen, Osteoporose, Herzerkrankungen, Diabetes, rheumatoider Arthritis und Depressionen. Für diese müssen die Hersteller Dossiers vorlegen, die den Nutzen gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie belegen.

Häufig verordnete Medikamente sollen vorrangig auf ihren Nutzen überprüft werden. Foto: fotolia/emmi
Häufig verordnete Medikamente sollen vorrangig auf ihren Nutzen überprüft werden. Foto: fotolia/emmi

„Der G-BA musste ein willkürfreies Aufrufmodell erarbeiten“, sagte dessen unparteiischer Vorsitzender, Josef Hecken. Das sei mit dem vorliegenden Beschluss gelungen. Dieser sieht vor, dass sich die Reihenfolge, in der Arzneimittel aus dem Bestandsmarkt aufgerufen werden, nach einem Algorithmus richtet, der sowohl den Umsatz bis zum Patentablauf als auch die Zahl der Verordnungen berücksichtigt. Für die Wirkstoffe, die jetzt benannt worden seien, liege der Gesamtumsatz bis zum Patentablauf bei schätzungsweise fünf Milliarden Euro, erklärte Hecken. Erste Dossiers müssten bis zum 15. Oktober vorliegen. Pharmaverbände kritisierten, sie seien entgegen früherer Zusagen nicht an der Entwicklung des Konzepts zum Bestandsmarktaufruf beteiligt worden.

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Nach dem Arznei­mittel­markt­neuordnungs­gesetz kann der G-BA auf Antrag seiner Mitglieder für bereits im Markt befindliche Arzneimittel eine Nutzenbewertung veranlassen. HK

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