ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Psychopharmakotherapie: Kompaktes Wissen für die Praxis

MEDIEN

Psychopharmakotherapie: Kompaktes Wissen für die Praxis

Dtsch Arztebl 2013; 110(17): A-836

Bergemann, Niels

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Epidemiologische Studien zeigen eine hohe Rate an psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung. Bei vielen von ihnen kommt einer Behandlung mit Psychopharmaka eine bedeutsame Rolle zu. Da ein großer Teil der Patienten von Fachärzten anderer Richtungen versorgt wird, sind Kenntnisse in Psychopharmakotherapie nicht nur für den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie relevant. Der nun bereits in der sechsten Auflage vorliegende Band vermittelt Kenntnisse gut verständlich. Das Buch hat sich seit seiner ersten Auflage 1992 in der Praxis bewährt und zu einem Standardwerk entwickelt. Es vermittelt kompaktes Wissen für den klinischen Alltag ebenso wie eine auf das Wesentliche konzentrierte Einführung in die klinische Psychopharmakotherapie. Die Neuauflage bietet vor allem eine komplette Aktualisierung der Medikamententabellen, und auf allgemeine Ausführungen zur Therapie einzelner Krankheitsbilder wurde zugunsten eines Psychopharmaka-zentrierten, komprimierten Kompendiums verzichtet. Zusätzlich wird mit einem Kode der Zugang zum Internetportal des Verlags ermöglicht, wo alle Tabellen und Abbildungen verfügbar sind.

Der Band gliedert sich in allgemeine Grundlagen, spezielle Psychopharmakotherapie und Exkurse. Im ersten Teil werden knapp und prägnant ein historischer Abriss zur Geschichte psychotroper Substanzen und ein Überblick über die Einteilung von Psychopharmaka gegeben, ferner findet man hier Ausführungen zu evidenzbasierter Medizin, Metaanalysen und Leitlinien, zur Placeboproblematik, zur Pharmakokinetik und zum therapeutischen Drug-Monitoring. Weitere knapp dargestellte Themen sind: Nebenwirkungen und Intoxikationen, Umstellung und Kombination von Psychopharmaka, Psychopharmaka und Fahrtauglichkeit, Psychopharmaka im höheren Lebensalter, Abhängigkeit, juristische Aspekte sowie die Kombination von Psychopharmaka und Psychotherapie. Alle angesprochenen Themen werden konzentriert, prägnant und praxisrelevant dargestellt.

Anzeige

Im zweiten Teil kommen die jeweiligen Substanzgruppen zur Darstellung. Einzelne Kapitel sind Antidepressiva, Stimmungsstabilisierern/Phasenprophylaktika, Neuroleptika/Antipsychotika, Tranquilizern/Anxiolytika, Hypnotika, Antidementiva und Nootropika, Psychostimulantien und Entzugs- und Entwöhnungsmitteln gewidmet. Im dritten Teil des Bandes sind die Themen psychische Störungen durch Arzneimittel sowie psychiatrische Notfalltherapie angeführt – wobei die getrennte Darstellung dieser beiden Themen nicht ganz nachvollziehbar ist, sie hätten auch gut im ersten Teil des Bandes Platz gefunden.

Am Ende des Buches befindet sich ein für den Klinikalltag sehr praktischer Anhang mit einer tabellarischen Übersicht sowie einem Präparateverzeichnis. Die tabellarische Übersicht enthält Informationen über alle im deutschsprachigen Raum zugelassenen Psychopharmaka in alphabetischer Reihenfolge, welche eine pharmakologische Kurzcharakteristik sowie Angaben zur Darreichungsform und Dosierung, Nebenwirkungen und praxisrelevanten Interaktionen sowie Informationen zum Zulassungsstatus und eine Bewertung umfasst.

Das Buch kann allen Einsteigern in die Facharztausbildung in Psychiatrie und Psychosomatik, aber auch allen Kollegen anderer Fachgebiete bestens empfohlen werden.

Niels Bergemann

Gerd Laux, Otto Dietmaier: Praktische Psychopharmakotherapie. 6. Auflage, Urban & Fischer, Elsevier, München 2012, 480 Seiten, kartoniert, 29,99 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema