ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Elmar Brähler: Soziologie statt Marxismus-Leninismus

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Elmar Brähler: Soziologie statt Marxismus-Leninismus

Dtsch Arztebl 2013; 110(17): A-839 / B-731 / C-729

Richter-Kuhlmann, Eva

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Elmar Brähler, Foto: Anja Jungnickel
Elmar Brähler, Foto: Anja Jungnickel

Wenn Prof. Dr. Elmar Brähler dieser Tage offiziell in den Ruhestand geht, könnte er zahllose Ost-West-Geschichten erzählen. Eng ist der Lebenslauf des seit Ostern emeritierten Leiters der Selbstständigen Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Uniklinikum Leipzig mit der politischen Wende in Deutschland verbunden.

Anfang der 90er Jahre wechselte der Mathematiker und Physiker, der durch seine Promotion den Weg in die Medizinische Psychologie fand, von Gießen nach Leipzig. „Das war damals eine sehr offene Zeit“, erinnert er sich. „Ich war abgeordnet vom Land Hessen, an einem Aufbauprogramm in den neuen Ländern mitzuwirken, und las 1994 Medizinische Psychologie und Soziologie vor den damals insgesamt 650 Medizinstudierenden in Leipzig. Diese Fächer hatten den Marxismus-Leninismus abgelöst.“ Als „Wessi“ kam Brähler zu den „Ossis“ – und blieb, fast 20 Jahre lang. Er forschte unter anderem zur Alltagskultur in Ost und West und analysierte Unterschiede wie diesen: Warum begrüßen sich die Ostdeutschen mit Handschlag, die Westdeutschen nicht?

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Doch Brähler will Unterschiede richtig eingeordnet wissen: „Es geht vor allem darum, den Stammtischen und Talkshows nicht die Deutungshoheit zu überlassen. Wenn wir nicht nachsehen, ob beispielsweise am ,faulen Ossi‘ und ,arroganten Wessi‘ irgendetwas dran ist, bleibt das Schrumpfen der gegenseitigen Vorurteile viel länger blockiert.“ Eva Richter-Kuhlmann

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