ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2013Medizinstudierende: Mustercurriculum Gesprächsführung

BERUF

Medizinstudierende: Mustercurriculum Gesprächsführung

Dtsch Arztebl 2013; 110(17): [71]

EB

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Studien zufolge verschlechtert mangelhafte Kommunikation zwischen Arzt und Patient die Therapietreue und erhöht das Risiko von Fehldiagnosen und Falschbehandlungen. In Zukunft sollen angehende Ärzte Patientengespräche daher schon ab dem ersten Semester kontinuierlich üben. Das sieht ein deutschlandweites Kommunikationscurriculum für Medizinstudierende vor, das derzeit erarbeitet wird.

„Das Patientengespräch wurde lange Zeit unterschätzt und an den Universitäten zu wenig und zu spät gelehrt“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Jana Jünger vom Universitätsklinikum Heidelberg. Nur wenn der Patient sich verstanden fühle und seinem Arzt vertraue, kooperiere er auch bei der Therapie. Ärzte, die keinen guten Kontakt zu ihren Patienten aufbauten, gefährdeten dagegen den Therapieerfolg und könnten seelische Schäden anrichten – etwa wenn sie Patienten oder Angehörige auf wenig feinfühlige Art mit einer belastenden Diagnose konfrontierten. Ärzte, die nicht zuhörten, gelangten zudem häufiger zur falschen Diagnose, führt Jünger aus: „Die wichtigsten Hinweise für die Diagnose kommen schließlich vom Patienten selbst.“

Um gemeinsam ein durchgängiges Kommunikationscurriculum für alle Studierenden zu entwickeln, tragen Vertreter aller medizinischen Fakultäten in Deutschland derzeit die besten Übungen und Trainingsmöglichkeiten rund um die Anamnese zusammen und erarbeiten auf dieser Basis ein Mustercurriculum. Im Herbst 2014 soll das Kommunikationscurriculum verabschiedet werden, so dass bis spätestens 2016 alle Studierenden gut in der ärztlichen Gesprächsführung ausgebildet und geprüft werden. Das kommt dann nicht nur den künftigen Patienten zugute, sondern auch den Ärzten selbst. Denn auch das haben Studien ergeben: Wenn die Kommunikation mit den Patienten „rund läuft“, neigen die Ärzte weniger zu Zynismus und entwickeln seltener ein Burn-out-Syndrom. EB

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