ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2013TK-Förderstudie: Arzttermine im Web

POLITIK

TK-Förderstudie: Arzttermine im Web

Dtsch Arztebl 2013; 110(18): A-865 / B-755 / C-751

Krüger-Brand, Heike E.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Techniker-Krankenkasse erprobt in einem einjährigen Feldtest die Online-Terminbuchung. Teilnehmende Ärzte erhalten 120 Euro Aufwandsentschädigung.

Tischreservierungen oder Hotelzimmerbuchungen per Internet sind inzwischen alltägliche Vorgänge. Anders die Online-Reservierung eines Arzttermins: Von dieser Möglichkeit machen bislang nur wenige Arztpraxen Gebrauch. Mit einem bundesweiten Förderprojekt will die Techniker-Krankenkasse (TK) das jetzt ändern. Ziel ist es, die Prozesse der Terminvergabe zu vereinfachen und sowohl für die Arztpraxis als auch für die Patienten effizienter zu gestalten.

Erfolgreiches Pilotprojekt

Anzeige

Grundlage hierfür ist ein erster Pilotversuch der TK gemeinsam mit vier Facharztverbünden im Jahr 2012, an dem sich mehr als 90 Ärzte und knapp 800 Patienten in Berlin beteiligt hatten (siehe www.aerzteblatt.de/117993). Die Resonanz war laut Evaluation des Wissenschaftlichen Instituts der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen durchweg positiv: 85 Prozent der Arztpraxen empfanden die Online-Terminbuchung als Arbeitserleichterung, und fast 90 Prozent würden das Angebot an andere Praxen weiterempfehlen. Mehr als 90 Prozent der in einer anonymen Online-Studie befragten Patienten waren mit dem Verfahren überdurchschnittlich zufrieden, 69 Prozent gaben an, die Online-Terminbuchung beim nächsten Mal „bestimmt“ wieder in Anspruch zu nehmen.

Um möglichst viele Praxen für den bundesweiten Feldtest, der vom 1. Juni 2013 bis zum 31. Mai 2014 dauern soll, zu gewinnen, zahlt die TK den teilnehmenden Vertragsärzten insgesamt 120 Euro Aufwandsentschädigung. Diese verpflichten sich dazu, an der begleitenden Evaluation teilzunehmen und nach dem sechsten und dem zwölften Monat einen Fragebogen zu ihren Erfahrungen auszufüllen.

Testwillige Ärzte müssen sich zunächst einen beliebigen Anbieter für eine Online-Terminbuchung auswählen und mit diesem einen Nutzungsvertrag abschließen. Anschließend erfasst die Praxis über eine Webanwendung die Termine, die sie für die Online-Terminbuchung freigeben will, und schickt den Link zu ihrer Online-Terminbuchung an die TK. Diese verlinkt die Basisdaten des Arztes einschließlich seiner Online-Terminbuchung mit dem zentralen TK-Portal unter www.tk-terminbuchung.de. Über das Portal können sich die Patienten – ausdrücklich nicht nur TK-Versicherte – einen Termin aussuchen und verbindlich buchen. Ihre Terminbestätigung sowie gegebenenfalls eine Terminerinnerung erhalten die Patienten per E-Mail.

Tipps zur Anbieterauswahl

Damit das Verfahren tatsächlich die Terminvergabe erleichtert, empfiehlt die TK, auf die Verknüpfungsmöglichkeit von Buchungssystem und Praxiskalender zu achten. Dadurch kann jeder online gebuchte Termin sofort automatisch auch im Praxiskalender angezeigt werden, so dass Doppelbuchungen vermieden werden. Einige Dienstleister bieten daher Buchungssystem und Praxiskalender in einem Softwarepaket an, andere stellen Buchungssysteme mit Schnittstellen zu gängigen Praxiskalendern zur Verfügung. Zudem sollten die Daten aus Gründen des Datenschutzes mindestens verschlüsselt übertragen werden.

Heike E. Krüger-Brand

@Infos zu Ablauf und Teilnahmebedingungen: www.aerzteblatt.de/18865

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema