ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2013Betriebsrente für Medizinische Fachangestellte: Baustein für die Altersversorgung

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Betriebsrente für Medizinische Fachangestellte: Baustein für die Altersversorgung

Dtsch Arztebl 2013; 110(18): A-868 / B-759 / C-755

Bristrup, Rosemarie

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Mit nur geringer Eigenbeteiligung erreicht man über die GesundheitsRente eine attraktive Betriebsrente oder Kapitalabfindung.

GesundheitsRente: Mit geringem Aufwand zu einem guten Ertrag. Foto: Fotolia/creative studio
GesundheitsRente: Mit geringem Aufwand zu einem guten Ertrag. Foto: Fotolia/creative studio

Altersarmut ist für Praxismitarbeiterinnen eine reale Gefahr. Die gesetzliche Rente stellt lediglich eine Grundversorgung dar. Die Rechnung ist einfach: Eine 25-jährige vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte kommt auf ein durchschnittliches Brutto-Jahreseinkommen von 23 000 Euro und damit nach 30 Berufsjahren auf eine Altersrente von etwa 606 Euro.

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Deshalb haben die ärztlichen Arbeitgeber gemeinsam mit dem Verband medizinischer Fachberufe seit 2002 ein Betriebsrentenmodell aufgebaut. Der derzeit geltende „Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung und Entgeltumwandlung“ sieht einen Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersversorgung vor: Voll- und Teilzeitbeschäftigte sowie Auszubildende nach der Probezeit erhalten 30 Euro; Teilzeitbeschäftigte mit einer Wochenarbeitszeit von unter 18 Stunden bekommen 20 Euro. Daneben sieht der Vertrag ausdrücklich vor, dass bei zusätzlichem Verzicht auf die vermögenswirksamen Leistungen ein erhöhter Arbeitgeberbeitrag geleistet wird. Damit erhöht sich der Betrag für Vollzeitkräfte auf 66 Euro. Steuert die Praxismitarbeiterin aus ihrem Bruttogehalt selbst noch einen freiwilligen Betrag bei, erhält sie darauf noch einen Zuschuss des Arbeitgebers in Höhe von 20 Prozent, mindestens aber zehn Euro monatlich.

Die Tarifparteien empfehlen die Anlage dieser Beiträge in der GesundheitsRente, die vor mehr als zehn Jahren unter Federführung der Deutschen Ärzteversicherung mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und der Pro bAV Pensionskasse entwickelt wurde. Die Beiträge für die GesundheitsRente können sowohl in einer fondsgebundenen Rentenversicherung mit Beitragsgarantie als auch in einer konventionellen Rentenversicherung angelegt werden. Die Versicherer und Pensionskassen sind an strengste gesetzliche Kapitalanlagevorschriften gebunden. Im Vergleich zu anderen als sicher geltenden Anlagen bieten die Versicherer ihren Kunden eine attraktive Verzinsung. Im Jahr 2012 waren es im Durchschnitt vier Prozent.

Eine Modellrechnung zeigt die Vorteile der GesundheitsRente: Zahlt eine heute 25-jährige Praxisangestellte in Vollzeit monatlich 100 Euro – 66 Euro Arbeitgeberbeitrag plus Entgeltumwandlung (24 Euro) und 20-prozentigen Arbeitgeberzuschuss (mindestens zehn Euro) – als Monatsbeitrag in die GesundheitsRente, kann sie bei Renteneintritt mit 67 Jahren entweder mit einer zusätzlichen Betriebsrente von monatlich circa 439 Euro oder stattdessen mit einer Kapitalabfindung in Höhe von ungefähr 133 700 Euro rechnen.

Die Vorteile der GesundheitsRente liegen für den ärztlichen Arbeitgeber und für sein Praxisteam auf der Hand. Das Prozedere ist zudem denkbar einfach: Jede tarifgebundene Arbeitnehmerin hat das Recht, die im Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung und Entgeltumwandlung vereinbarten Arbeitgeberbeiträge einzufordern, der Arbeitgeber allerdings hat das Recht, den Durchführungsweg vorzugeben. (Hinweis: Ohne Tarifbindung greift der gesetzliche Anspruch auf Entgeltumwandlung. Auch hierfür kann die GesundheitsRente genutzt werden.) Der ist dann für alle Praxismitarbeiter verbindlich. Die Beantragung ist unkompliziert – die Anträge können bei der Deutschen Ärzteversicherung, der Apotheker- und Ärztebank, bei MLP-Finanzdienstleistungen oder im Internet unter www.gesundheitsrente.de angefordert werden.

Rosemarie Bristrup,
Bundes­ärzte­kammer

Vorteile für beide

Der Arzt hat:

  • keine zusätzlichen Kosten und geringen Verwaltungsaufwand, da einheitliche und standardisierte Abwicklung
  • keine Risiken, wie zum Beispiel eine Nachschusspflicht
  • bessere Konditionen durch den Gruppenvertrag
  • ein positives Arbeitsklima und langfristige Praxisbindung durch motivierte Mitarbeiter.

Die Medizinische Fachangestellte hat:

  • eine Altersversorgung ohne oder mit geringem finanziellem Aufwand
  • Steuer und Sozialabgabenfreiheit auf die eigenen Beiträge
  • bessere Konditionen durch den Gruppenvertrag und
  • problemlose Mitnahme des Vertrages bei Arbeitgeberwechsel

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