ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2013Art Karlsruhe: Nachfrage nach Werken renommierter Künstler

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Art Karlsruhe: Nachfrage nach Werken renommierter Künstler

Dtsch Arztebl 2013; 110(18): A-893 / B-779 / C-775

Jaeschke, Helmut

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Allgemein gelobt wurde der kommunikative Charakter der Messe, der rege Austausch zwischen Galeristen, Künstlern und Sammlern.

Foto: art KARLSRUHE/Jürgen Rösner
Foto: art KARLSRUHE/Jürgen Rösner

Als sollte man auf der Fahrt mit dem Zug nach Karlsruhe schon auf die Trends der Messe eingestellt werden, konnte man im Märzheft „mobil“, dem Magazin der Deutschen Bahn, von der „Rückkehr der Figuration in der zeitgenössischen Kunst“ lesen. Und tatsächlich, noch nie hatten sich so viele Künstler am menschlichen Körper abgearbeitet wie auf der diesjährigen Art Karlsruhe. Doch die meisten der Holzbildhauer boten biedere Hausmannskost in der Nachfolge des auch nicht gerade erfindungsreichen Stephan Balkenhol. Selbst dieser hatte es in der Galerie Leu, München, im direkten Vergleich mit einer Bronzeskulptur von Jonathan Meese schwer, sich zu behaupten. Die Formfindung der skurrilen Plastik „General Hybris – Bunter Lolly voll Abenteuer“ aus dem Jahr 2007 war beeindruckend und überzeugte auch mehr als Meeses gelegentlich allzu flott gemalte Leinwände. In der Thematisierung von „Urmythen“ nähert sich Meese – wahrscheinlich unbewusst – Johannes Grützke, der sich bereits seit Jahrzehnten mit alten Mythen beschäftigt. Mehrere herausragende Bilder dieses kürzlich mit dem Hannah-Höch-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichneten Malers wurden auf der Messe von der Galerie Karl Schwind, Leipzig/Berlin, angeboten und zu Preisen bis 15 000 Euro auch verkauft.

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Für jüngere figurative Maler ist es schwer, überzeugende Neuformulierungen zu finden. Da waren es dann doch die Altmeister wie Konrad Klapheck oder Lambert Maria Wintersberger, die in der Galerie Schlichtenmaier, Grafenau, mit ihrem metaphorischen Realismus den jüngeren die Schau stahlen. Allerdings sind die Preise zumindest bei Klapheck in den letzten Jahren stark gestiegen. Das mittlere Format „Die Macht der Liebe“ von 1961 wurde für 280 000 Euro angeboten.

Mit mehr als 50 000 Besuchern hatte die Art Karlsruhe, die in diesem Jahr ihr zehntes Jubiläum feierte, so viele Besucher wie noch nie verzeichnen können. Das breite Angebot von klassischer Moderne bis hin zu aktuellen Arbeiten junger Künstler von den 220 Galerien aus 13 Ländern fand reges Interesse bei den Besuchern. Nach dem Eindruck von Galeristen wie Bennet Vertes, Zürich, der unter anderem eine Markus-Lüpertz-Skulptur für 58 000 Euro verkaufte, ist Baden-Württemberg die kauffreudigste Region Deutschlands. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist es nicht verwunderlich, dass Werke renommierter Künstler am ehesten gefragt waren. So konnte die Londoner Gilden’s Arts Gallery bereits am Preview-Tag Bilder von Max Pechstein, Max Beckmann, André Derain und Hugo Scheiber mit einem roten Punkt versehen.

Reger Austausch zwischen Künstlern und Sammlern

Doch nicht allein Verkaufszahlen zählen auf der Art Karlsruhe, allgemein gelobt wurde auch der kommunikative Charakter der Messe, der rege Austausch zwischen Kollegen, Künstlern und Sammlern. So konnte beispielsweise der Galerist Rene Bruijstens aus Amsterdam auf der Messe für seine Künstler Ausstellungen in Straßburg und Berlin vermitteln. Der von der Messeleitung praktizierte Service gehört ebenfalls zu den Pluspunkten dieser Messe. Trotz der vielen positiven Rückmeldungen verspricht Ewald Karl Schrade, der Initiator der Art Karlsruhe: „Nein, keine Sorge, der Erfolg dieser zehnten Art Karlsruhe wird uns nicht übermütig machen. Wir arbeiten – wie bisher – an der Verbesserung der Messe und freuen uns jetzt schon auf 2014.“ Die elfte Art Karlsruhe findet vom 13. bis 16. März 2014 statt.

Dr. med. Helmut Jaeschke

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