ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2013Bob Edwards †: „Vater“ von Millionen Kindern

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Bob Edwards †: „Vater“ von Millionen Kindern

Dtsch Arztebl 2013; 110(18): A-891 / B-777 / C-773

Leinmüller, Renate

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Bob Edwards, Foto: dpa
Bob Edwards, Foto: dpa

Ohne ihn hätten weltweit etwa fünf Millionen Kinder (in Deutschland mehr als 171 000) nicht das Licht der Welt erblickt: Sir Robert Edwards, der britische Physiologe und geistige Vater der künstlichen Befruchtung ist nach langer Erkrankung im Alter von 87 Jahren gestorben. Zusammen mit dem Gynäkologen Patrick Steptoe hat er im Juli 1978 mit der Geburt von Louise Brown als erstem „Retortenkind“ bewiesen, dass die In-vitro-Fertilisation einer laparoskopisch gewonnenen Eizelle mit Spermatozoen funktioniert – die Sternstunde der Reproduktionsmedizin. Erst 32 Jahre später hat das Nobelpreiskomitee diese Pioniertat geehrt.

Edwards sei ein unermüdlicher und inspirierender Forscher mit wissenschaftlicher Weitsicht gewesen, formuliert Prof. Anna Veiga als Präsidentin der European Society of Human Reproduction and Embryology, die Edwards 1984 mitbegründet hat. Zwei Jahre später erschien die erste Auflage der Zeitschrift „Human Reproduction“, die Edwards über lange Jahre editiert hat. Später hob er mit „Reproductive BioMedicine Online“ ein Blatt aus der Taufe, das seinen Gründer im zehnten Jahr mit einem Spezialheft ehrte.

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Unumstritten sind die Techniken der Reproduktionsmedizin von Beginn an nicht gewesen. Edwards ist dabei Diskussionen nie aus dem Weg gegangen und hat eine freizügige Ethik eingefordert, die sich an die wissenschaftlichen Fortschritte anpassen muss, was in seinem Heimatland einer sehr liberalen Gesetzgebung zum Umgang mit Embryonen den Weg geebnet hat. Renate Leinmüller

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