ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2013Weiterbildung: Selbstbewusst und anspruchsvoll
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Ich möchte diesen Beitrag gerne aus der Sicht eines Facharztes kommentieren.

„Angesichts des drohenden Ärztemangels kann es sich der Nachwuchs leisten, Ansprüche zu stellen – auch an die Weiterbildung.“ Glücklicherweise ist die heutige (junge) Ärztegeneration selbstbewusster, anspruchsvoller und fordernd, was Karrieremöglichkeiten und Ausbildung anbetrifft. Es ist doch nicht hinnehmbar, dass der Arzt nach außen hin selbstbewusst und gesellschaftlich hoch geachtet auftritt, im Arbeitsleben jedoch „buckelt“ und kuscht und sich von hierarchischen Strukturen demütigen und autoritären Vorgesetzten bevormunden und bestimmen lässt. Längst ist es an der Zeit, dass jeder Arzt – und nicht nur die Weiterbildungsassistenten – seine Aus- und Fortbildung in die eigene Hand nimmt und das einfordert, was ihm vom Arbeitgeber versprochen und nach den Weiterbildungsrichtlinien von ihm gefordert wird. Zwar gibt es an manchen Häusern verbindliche Curricula für die Ausbildungsassistenten, wer aber erst einmal die Facharzthürde genommen hat, wird in aller Regel wenig weitergebildet. Dabei sind doch die Fachärzte diejenigen, die verantwortungsvoll und oftmals selbstständig die Hauptarbeit leisten, in die ebenso investiert werden sollte. Die Ausbildung – so scheint es – hört mit der Facharztprüfung auf, ab dann ist man für das Krankenhaus nicht mehr interessant, Ober- und Chefärzte lassen einen „links liegen“ und kümmern sich nur um die Ausbildung der Jungärzte, weil sie dies müssen. Dabei ist für Mediziner lebenslanges Lernen und Fortbilden unverzichtbar . . .

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Dr. med. Jens Heyder-Musolf, 16321 Bernau

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Avatar #94394
hahnet
am Mittwoch, 15. Mai 2013, 13:07

Strukurierte Aus-, Weiter- und (lebenslange) Fortbildung

Eine erfolgreiche Weiterbildung (zur Fachärztin/Facharzt) ist ohne eine anschlussfähige Ausbildung (Medizinstudium) und eine lebenslange Fortbildung nicht sinnvoll - insofern kan ich Herrn Heyder-Musolf zustimmen. Es hat sich jedoch als erfolglos herausgestellt, die Arbeitgeber oder die zuständigen Dienstvorgesetzten als Verursacher von Defiziten zu verunsichern. Einverstanden: die Ärztinnen und Ärzte sollten sich dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe sleber annehmen. Herr Heyder-Musolf und ähnlich Gesinnten empfehle ich deshalb die aktive Mitarbeit in den ärztlichen und universitätsmedizinischen Selbstverwaltungsgremien und insbesondere die Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA), die sich mit dem Kontinuum Aus-, Weiter- und Fortbildung der Zukunft wissenschatlich und praktisch beschäftigt.
Eckhart G. Hahn

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