ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2013Medi-Verbund: Ein Gegenvorschlag

BRIEFE

Medi-Verbund: Ein Gegenvorschlag

Dtsch Arztebl 2013; 110(19): A-946 / B-824 / C-819

Ostheim-Dzerowycz, Wladimir

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nichts gegen die grundsätzliche Forderung nach Streikrecht. Aber: 1. ist seine Wirksamkeit durch die Notwendigkeit, trotzdem Basis- beziehungsweise Notfallversorgung zu gewährleisten, in ihrer Wirksamkeit sehr eingeschränkt.

2. Patienten, die keine dringenden Probleme haben, schieben diese für die kurze Zeit auf und belasten dadurch nach Ende des Ausstandes die Praxen umso mehr.

Anzeige

3. Bei der Bevölkerung wird der in letzter Zeit zunehmend ramponierte Ruf der Ärzte als Gesamtheit weiter belastet. Die Tatsache, dass in Umfragen der jeweilige behandelnde Arzt nach wie vor gut wegkommt, darf diesen Umstand nicht bagatellisieren.

4. Den Medien bietet die Streikforderung, beziehungsweise der durchgeführte Streik eine gute Plattform, um gegen die Ärzte zu schreiben . . .

Mein Vorschlag aus langjähriger Erfahrung im Umgang mit Verwaltungen: Der beste Weg, etwas zu erreichen, ist: Man muss sie mit ihren eigenen Waffen schlagen. Warum versuchen wir es nicht einmal auf diesem Weg? Lassen wir den Patienten den Arztbesuch direkt mit einem realistischen, durchschnittlichen Punktwert bezahlen und geben ihm eine Rechnung mit den Gebührennummern zu Händen der Krankenkasse mit, die die Auszahlung direkt vornehmen muss. Da wir alle mit Computern abrechnen, wäre es kein wesentlicher Mehraufwand, dem Patienten eine solche Aufstellung mitzugeben. Die Krankenkassen würden nicht mit einem höheren Finanzierungsaufwand belastet, sondern nur mit der Aufgabe, den Patienten ihre Rechnung zeitnah zu begleichen. Da es sich im niedergelassenen Bereich selten um große Beträge handelt, wären die Patienten nicht belastet, sie würden vielleicht sogar erfahren, dass die Leistungen nicht mit überrissenen Beträgen abgegolten werden. Diskussionsgrundlage wären dann eher Centbeträge und nicht Milliarden. Ich bin überzeugt davon, dass die Versicherer und ihre Verbände dieser Belastung, die Patienten vor Ort zu betreuen, nicht lange gewachsen wären und so mit realistischeren Vorstellungen an den Verhandlungstischen Platz nähmen.

Dr. Wladimir Ostheim-Dzerowycz,
79576 Weil am Rhein

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema