ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2013Drogenmissbrauch: Immer mehr Abhängige von „Crystal Meth“

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Drogenmissbrauch: Immer mehr Abhängige von „Crystal Meth“

Dtsch Arztebl 2013; 110(19): A-912 / B-796 / C-792

Bühring, Petra

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Auf die hohen Zuwachsraten beim Missbrauch der Droge „Crystal Meth“ machten Sachverständige im Gesundheitsausschuss des Bundestages aufmerksam. Der Anhörung ging ein Antrag der SPD voraus, in dem ein schärferes Vorgehen gegen neue synthetische Drogen gefordert wird (17/10646). Prof. Dr. med. Rainer Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wies darauf hin, dass vor allem in Sachsen – im Grenzgebiet zu Tschechien – die Zahl der hilfesuchenden Konsumenten von Crystal Meth im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent gestiegen sei. Auch Bayern und Thüringen seien betroffen.

Die Droge „Crystal Meth“ hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Foto: dpa
Die Droge „Crystal Meth“ hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Foto: dpa

Meth-Amphetamin sei eine extrem gesundheitsschädigende Substanz und weise ein hohes psychisches und physisches Abhängigkeitspotenzial auf, erklärte Thomasius weiter. Akute Intoxikationen könnten zu kardialen Arrhythmien, Herzinfarkt, Atemdepression, Krampfanfällen, Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma führen. Bei mittel- bis langfristigem Konsum träten induzierte Psychosen, aggressives Verhalten und Auszehrung auf. Der Kinder- und Jugendpsychiater forderte, die Maßnahmen zur Reduzierung des Angebots und der Nachfrage auszuweiten. Notwendig seien mehr zielgruppenspezifische Programme in der Suchtbehandlung und Prävention.

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Dieser Forderung schloss sich Dr. med. Roland Härtel-Petri, Bezirkskrankenhaus Bayreuth, an. Dringend erforderlich sei zusätzlich eine epidemiologische Forschung. Das aus frei verkäuflichen Medikamenten unter anderem in „tschechischen Küchen“ produzierte Methylamphetamin sei in Oberfranken längst keine Partydroge mehr. „Die enormen Zuwachsraten hilfesuchender Abhängiger nicht nur aus Sachsen sind alarmierend“, betonte er. Sie würden sehr schnell psychiatrische Komorbiditäten entwickeln und deshalb Hilfe suchen. pb

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