ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2013Philippe Kretzer: Biochemiker forscht für langlebigen Gelenkersatz

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Philippe Kretzer: Biochemiker forscht für langlebigen Gelenkersatz

Dtsch Arztebl 2013; 110(19): A-951 / B-829 / C-823

Zylka-Menhorn, Vera

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Philippe Kretzer, Foto: privat
Philippe Kretzer, Foto: privat

Etwa 160 000 Menschen erhalten in Deutschland jährlich eine Kniegelenksprothese. Obwohl deren Metallkomponenten durch eine Kunststoffauflage geschützt sind, führen die ständigen Gelenkbewegungen zum Materialabrieb. Dabei werden allerdings nicht nur kleinste Partikel des weichen Polyethylens frei, sondern auch des Metalls, wie Priv.-Doz. Dr. Jan Philippe Kretzer von der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg mit seinem Team erstmals nachwiesen hat. Für seine Forschungen ist der Biomechaniker jetzt mit dem Heinz-Mittelmeier-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie ausgezeichnet worden.

„Dass sich auch aus der widerstandsfähigeren Metalloberfläche eine relevante Menge an Partikeln löst, haben wir nicht erwartet“, sagt Kretzer. Der Materialabrieb bleibt nicht ohne Folgen: Er leistet nicht nur der Prothesenlockerung Vorschub, sondern verursacht bei einigen Patienten nach der Implantation chronische Schmerzen. Für die Studie ahmten die Forscher die Belastung eines Implantatsystems im Bewegungssimulator realitätsgetreu nach. Gelöste Partikel sammelten sich in der Flüssigkeit, die im Simulator das Gelenk umspült, und wurden mit Hilfe hochauflösender Massenspektrometrie analysiert.

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Im Laufe von drei Jahren lösten sich 0,8 Milligramm Metall – wie Chrom und Titan – sowie sieben Milligramm Kunststoff. Der prozentuale Anteil von Metall betrug damit etwa zwölf Prozent. „Diese Konzentrationen sind wahrscheinlich gesundheitlich unbedenklich“, so Kretzer. Vera Zylka-Menhorn

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