ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2013Zervixkarzinom-Früherkennung: Noch Raum für Optimierung

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Zervixkarzinom-Früherkennung: Noch Raum für Optimierung

Dtsch Arztebl 2013; 110(19): A-955

Leinmüller, Renate

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Durch die Integration virologischer und biomarkerbasierter Tests in das Screening könnte die Risikostratifizierung der Patientinnen verbessert werden.

Mit dem PAP-Test ist es gelungen, die Inzidenz des Zervixkarzinoms um 70 Prozent zu senken. Nach Angaben von Prof. Dr. rer. nat. Herbert Pfister, Köln, stößt der PAP-Test auch bei regelmäßiger Teilnahme am zytologischen Screeningprogramm aufgrund seiner Sensitivität an eine Grenze. Höhere Erfolgsraten verspreche das Screening auf humane Papillomaviren (HPV). Die vergleichsweise höhere Zahl an Kolposkopien zur Abklärung der klinischen Relevanz lasse sich durch die Bestimmung von Biomarkern reduzieren.

Der HPV-Test ist sensitiver und effizienter bei der Diagnose von Hochrisikoviren. Doch: Allein eingesetzt, wird er bei positivem Ergebnis zur Überdiagnostik führen. Zur Abklärung verdächtiger Läsionen fehlt es flächendeckend an Kolposkopikern. Bei der histologischen Abklärung wiederum ist die Variabilität zwischen einzelnen Befundern gegeben.

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Klinische Relevanz abklären

Für alle drei Punkte bietet Roche Diagnostics spezifische Tests an. Mit dem cobas® HPV-Test lassen sich alle Hochrisiko-HPV-Genotypen (hr-HPV) ohne Kreuzreaktion mit Niedrigrisikogenotypen identifizieren; speziell ausgewiesen werden HPV 16 und 18 zur Stratifizierung des individuellen Risikos.

Da ein Großteil der Infektionen mit hr-HPV von allein ausheilt und nicht mit verdächtigen Läsionen einhergeht (vor allem bei jungen Frauen), bietet das Unternehmen den CINtech® plus an, um die klinische Relevanz abzuklären. Dieser Test erfasst zwei Biomarker im Zellabstrich (P16 als Marker für den Zellzyklusstopp und KI 67 als Proliferationsmarker). Nur der Nachweis beider zusammen lässt auf Zellen mit gestörten Regulationsmechanismen schließen und gibt Anlass zu einer zielgerichteten Differenzialkolposkopie.

Mit dem CINtec® histology kann in den Biopsien die histologische Diagnose akkurater gestellt werden: Die Inter-observer-Korrelation steigt bei höhergradigen Läsionen auf mehr als 90 Prozent. Bei konventioneller Diagnostik wird bei CIN2-Stadien lediglich zu 60 Prozent ein übereinstimmendes Ergebnis erzielt. Ob und wie diese Triage-Strategie in die S3-Leitlinie zur Früherkennung des Zervixkarzinoms eingehen wird, bleibt abzuwarten. Nach Auskunft des Koordinators, Prof. Dr. med. Peter Hillemanns, Hannover, wird sie erst 2014 publiziert werden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ist derweil mit einer Nutzenbewertung des HPV-Tests im Primärscreening beauftragt. Hintergrund ist die Anpassung der nationalen Früherkennungsmaßnahmen an die europäischen Leitlinien zur Qualitätssicherung.

Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

Pressegespräch „Zervixkarzinom: Vorsorge und Diagnostik – quo vadis?“ in Frankfurt am Main. Veranstalter: Roche Diagnostics Deutschland

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