ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2013Psychotherapie-Richtlinien: Gruppenpsychotherapie bei Heranwachsenden wird erleichtert

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Psychotherapie-Richtlinien: Gruppenpsychotherapie bei Heranwachsenden wird erleichtert

PP 12, Ausgabe Mai 2013, Seite 196

Bühring, Petra

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Der G-BA bewertet im Auftrag des Gesetzgebers psychotherapeutische Behandlungsformen nach einem festgelegten Verfahren. Foto: Georg J. Lopata
Der G-BA bewertet im Auftrag des Gesetzgebers psychotherapeutische Behandlungsformen nach einem festgelegten Verfahren. Foto: Georg J. Lopata

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat am 18. April zwei Regelungen zur Gruppentherapie aktualisiert und vereinfacht. Die beschlossenen Änderungen der Psychotherapie-Richtlinie beinhalten zum einen die Verringerung der Mindestteilnehmerzahl in der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Gruppentherapie von Kindern und Jugendlichen von sechs auf drei Teilnehmer. Der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken wies darauf hin, dass die Bundes­psycho­therapeuten­kammer eine Verringerung der Gruppengröße auf zwei Teilnehmer gefordert hatte. Damit habe sie sich nicht durchsetzten können.

Eine weitere Änderung der Psychotherapie-Richtlinie sieht vor, dass eine Verhaltenstherapie künftig auch als alleinige Gruppentherapie, und nicht nur in Verbindung mit einer Einzeltherapie zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) erbracht werden kann.

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„Die Verringerung der Mindestteilnehmerzahl für die Gruppentherapie trägt altersspezifischen Entwicklungsbedingungen und den besonderen therapeutischen Erfordernissen bei Diagnosen wie ADHS, Autismus oder Verhaltensstörungen Rechnung“, sagte Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Psychotherapie.

Desweiteren lagen dem G-BA ein Antrag der Patientenvertretung vor, die Richtlinien dahingehend zu ändern, dass in den psychoanalytisch begründeten Verfahren auch die Kombination von Gruppen- und Einzeltherapie möglich sein müsste. Dieser Antrag wurde an den Unterausschuss Methodenbewertung übergeben.

Ebenso wurde ein Antrag, die Aufnahme der systemischen Therapie in den GKV-Leistungskatalog prüfen zu lassen, an den Unterausschuss Methodenwertung übergeben. Die systemische Therapie wurde bereits 2008 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie anerkannt und wartet seitdem auf die Prüfung durch den G-BA. Die Systemischen Fachverbände sind zuversichtlich, dass das Verfahren „in absehbarer Zukunft den Patienten als Kassenleistung zugänglich sein wird“. pb

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