ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2013Familientherapie: Wirksamkeit von Systemaufstellungen untersucht

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Familientherapie: Wirksamkeit von Systemaufstellungen untersucht

PP 12, Ausgabe Mai 2013, Seite 227

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Szenische Darstellungen und Aufstellungen in der Familientherapie und der systemischen Therapie („Systemaufstellungen“) bestehen in der Regel aus circa 15 aktiven Teilnehmern und zehn teilnehmenden Beobachtern. Die persönlichen Anliegen der aktiven Teilnehmer werden unter Anleitung des Seminarleiters im Raum aufgestellt. Dies geschieht mit Hilfe der anderen Teilnehmer, die als „Stellvertreter“ für wichtige Personen oder Elemente zur Verfügung stehen. Durch räumliche Veränderungen können „Lösungsbilder“ entstehen. Die Wirksamkeit von Systemaufstellungen wurde jetzt am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg erstmals in einer randomisiert-kontrollierten Studie untersucht. An dem Projekt nahmen 208 Erwachsene teil. Die Wirksamkeit von dreitägigen Aufstellungsseminaren wurde nach zwei Wochen und nochmals vier Monate nach den Seminaren mit etablierten Messinstrumenten der Psychotherapieforschung eingeschätzt und mit einer Wartekontrollgruppe verglichen, deren Aufstellungsseminare vier Monate später stattfanden. Die Auswertungen zeigten, dass psychische Belastungen bei den aktiven Teilnehmern nach zwei Wochen signifikant vermindert waren und dass dieser Effekt auch nach vier Monaten stabil blieb. Da Systemaufstellungen zwar eine lange Tradition haben, aber kontrovers diskutiert werden (insbesondere das „Familienaufstellen nach Hellinger“), sind weiterführende Befunde nötig, um die Zweifel an der Methode auszuräumen. Aus diesem Grund werden am Heidelberger Institut für Medizinische Psychologie Auswertungen zur Zielerreichung, zum Systemerleben und zu einer 12-Monats-Katamnese erarbeitet. ms

Weinhold J, Hunger C, Bornhäuser A, Schweitzer J: Wirksamkeit von Systemaufstellungen: explorative Ergebnisse der Heidelberger RCT-Studie. Familiendynamik 2013; 1: 42–51.

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