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Jahrbuch Sucht 2013: Alkoholkonsum stagniert, Zahl der Raucher rückläufig

PP 12, Ausgabe Mai 2013, Seite 196

Osterloh, Falk

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Die gesundheitlichen Risiken von Alkohol werden nach wie vor unterschätzt. Foto: dpa
Die gesundheitlichen Risiken von Alkohol werden nach wie vor unterschätzt. Foto: dpa

Der Alkoholkonsum der Deutschen, der im Jahr 2011 bei 9,6 Liter Reinalkohol lag, stagniert im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus dem Jahrbuch Sucht 2013 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hervor. „In Deutschland werden die Gesundheitsrisiken durch Alkohol nach wie vor unterschätzt“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der DHS, Gabriele Bartsch.

Morbiditätsschätzungen auf der Grundlage von Krankenhausstatistiken hätten für das Jahr 2010 zudem ergeben, dass psychische und verhaltensbezogene Störungen durch Alkohol mit 333 357 Behandlungsfällen die dritthäufigste Einzeldiagnose im stationären Bereich gewesen seien, heißt es in dem Jahrbuch. Die DHS fordert daher eine Preisanhebung durch Steuererhöhungen, eine zeitliche Begrenzung des Alkoholverkaufs und eine effektive gesetzliche Regelung der Werbung.

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Nachdem der Zigarettenkonsum in Deutschland seit 2004 rückläufig war, ist er von 2010 auf 2011 wieder von 83,6 auf 87,6 Milliarden Zigaretten angestiegen. Der Anteil der Raucher sei jedoch weiter rückläufig, heißt es in dem Jahrbuch. Und auch das Ausmaß der Passivrauchbelastung sei zurückgegangen.

Theo Wessel vom Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk lobte das „professionelle, stark ausdifferenzierte und nahezu flächendeckende Suchthilfesystem“. Problematisch sei jedoch, dass es viele Schnittstellen zwischen den einzelnen Versorgungsbereichen gebe, die zum Teil zu unüberbrückbaren Bruchstellen führten. Zudem gebe es eine strukturelle Unterfinanzierung vor allem im ambulanten Bereich. „In Deutschland gibt es etwa 1 300 Suchtberatungs- und Behandlungsstellen mit circa 500 000 Klienten im Jahr“, sagte Wessel. Diese würden unter anderem von den Kommunen und Ländern finanziert, die ihre Zuschüsse jedoch als freiwillige Leistungen verständen. Da die kommunalen Haushalte nun unter einem großen Finanzierungsdruck ständen, gerate die Suchthilfe in Konkurrenz zu Kindergärten oder zur Sanierung von Bürgersteigen. fos

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