ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2013Sapere aude! Wie entsteht Wissen im Gesundheitswesen?

MEDIEN

Sapere aude! Wie entsteht Wissen im Gesundheitswesen?

Dtsch Arztebl 2013; 110(20): A-998 / B-870 / C-866

Jonitz, Günther

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Sauberes Wasser war im 19. Jahrhundert die wichtigste Ressource für Gesundheit. Im 21. Jahrhundert ist dies „sauberes Wissen“ (Sir John Muir Gray). Wie entsteht Wissen im Gesundheitswesen? Wie wird es vermittelt? Wie wird es verstanden und umgesetzt? Eine hochkarätige Gruppe internationaler Wissenschaftler hat sich im Rahmen eines Seminars des Ernst-Strüngmann-Forums diese Fragen gestellt. Antworten findet man in diesem Buch wieder. Es beschreibt die außerordentlichen Möglichkeiten, die in der Hebung des Schatzes „Wissensbasierung“ für die Patientenversorgung liegen. Dazu gehören die Erfassung der tatsächlichen Bedürfnisse und Nöte von Patienten, die Grundlagen einer neuen systematischen medizinischen Wissenschaft, die insgesamt ihre Potenziale in der Versorgungsforschung, durch Outcome-Research oder Register, nutzt. Durch „sauberes Wissen“ werden Ärzte besser befähigt, zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen und damit ihrer Verantwortung für das Wohl und Wehe kranker Menschen besser gerecht zu werden.

Die dazu nötige Methodik, das Wissen und die bereits bestehenden Erfahrungen sind über den gesamten Globus verstreut und werden hier zusammengetragen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der „Health literacy“, also dem besseren Verständnis der medizinisch-wissenschaftlichen Aussagen. Die bestehende Unkenntnis über elementare Fakten, wie zum Beispiel den Unterschied zwischen absoluter und relativer Risikoreduktion, ist beunruhigend, aber vergleichsweise leicht lösbar. Dieses Buch hilft, mit besserem Wissen eine bessere Patientenversorgung zu gewährleisten, die sowohl einfacher als auch individueller gestaltet ist. Denn Patienten haben das Bedürfnis, mit ihren eigenen Problemen individuell behandelt zu werden, und dies gelingt dann, wenn Ärzte wissen, welche medizinischen Maßnahmen im Einzelfall tatsächlich einen Nutzen für die Patienten stiften und welche nicht.

Anzeige

Dieses Buch klärt im besten Sinne auf. Das „Sapere aude! – Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“ nach Immanuel Kant (1784) wird hier wiedergeboren. Es befreit Ärzte, Gesundheitsberufe und Patienten von Halbwissen, von Halb- und Unwahrheiten und den damit verbundenen Unsicherheiten und Irrtümern. Günther Jonitz

Gerd Gigerenzer, J. A. Muir Gray (Hrsg.): Bessere Ärzte, bessere Patienten, bessere Medizin. Aufbruch in ein transparentes Gesundheitswesen. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2013, 388 Seiten, kartoniert, 39,95 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema