ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2013Notfallpatient: Haltlose Kritik
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In dem Artikel übt ein „Hausarzt im Ruhestand“ sehr persönliche Kritik gegenüber der „Notaufnahme eines Universitätsklinikums“. Was sind die Lehren aus dem Artikel?

Sicherlich sind die Zeiten im deutschen Gesundheitssystem schwierig, aber der Kollege scheint hier in der Notfallsituation eine umgehende fachgerechte diagnostische Abklärung erhalten zu haben.

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Über das in der Regel hohe Engagement der Ärzte/Pfleger in diesen Notfalleinrichtungen wird hier nicht geschrieben. Die dargestellte Kritik des Kollegen ist haltlos. Ist es nicht den Umständen geschuldet, dass im Mehrbett-Notfallraum mit EKG-Monitoring die Ehefrau nicht am Krankenbett bleiben konnte und die Überwachungstöne den vorbestehenden Tinnitus verstärkt haben? Im Artikel urteilt der pensionierte Hausarzt mutmaßend und abfällig über die jungen Ärzte „Generation, die immer auf ihr Smartphone-Display schaut“.

In einer geschilderten Behandlungssituation rät er, dass man dem Patienten, der aufgrund von Erfahrung um Benzodiazepine bittet, diese auch geben soll. Woher ist sich der der Situation als Nachbarpatient beiwohnende Kollege da so sicher, dass es sich nicht um einen Polytoxikomanen gehandelt hat? Alltag in Notaufnahmen.

Sein eigenes Verhalten, der Abbruch der Diagnostik, erscheint hingegen angesichts des stattgefundenen Ereignisses unverantwortlich, und etwaige Folgekosten könnten dazu beitragen, dass die Notaufnahmen in der nächsten Altersgeneration noch zugiger werden, als sie es aus Sicht des Kollegen ohnehin schon sind. Ein bisschen mehr Realismus und Verständnis für die Situation, Notwendigkeiten in der Akutmedizin, für das Alter der Kollegen und den trotz aller Knappheit im Gesundheitssystem immensen Leistungen der Notaufnahmen an Universitätskliniken erschiene hier angebracht . . .

Dr. med. Roland Sparing, 50937 Köln

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