ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2013Randnotiz: Immer mehr Patienten?

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Randnotiz: Immer mehr Patienten?

Dtsch Arztebl 2013; 110(20): A-967 / B-843 / C-839

Flintrop, Jens

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Kürzlich erreichte die Redaktion ein Kuvert mit einem Zeitungsartikel. Darin wird über ein Klinikum berichtet, das Universität werden soll. Ein erster Lehrstuhl ist jetzt besetzt worden, der erste Professor forscht im Bereich Gesundheitsökonomie. Er verspricht, die Personaleinsatzplanung und die OP-Abläufe zu verbessern. Das tue auch not, wird der Vorstand des Klinikums zitiert, man könne schließlich nur in den schwarzen Zahlen bleiben, wenn die Produktivität gesteigert werde.

Er frage sich zuweilen, wo die immer neuen Patienten herkämen, kommentiert der anonyme Zusender des Zeitungsberichts in seinem Begleitschreiben: „Wollen etwa alle in unser Klinikum, weil es hier die besten Ärzte und Behandlungen gibt? – Und die anderen Kliniken im Umkreis verdienen immer weniger, weil wir so toll sind?“ Erkläre das ernsthaft die Steigerung von 16 Prozent mehr Patienten in den letzten sechs Jahren? Könne es nicht auch sein, dass Indikationen zu Behandlungen großzügiger gestellt würden? Immer im Sinne des Patienten? „Klar, der Mensch steht im Mittelpunkt: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

Dann wird es satirisch. Das Gesundheitswesen und dessen Öko­nomi­sierung solle für andere Bereiche Vorbild sein, schlägt Anonymus vor: „Richter beispielsweise sollten nach der Höhe der vergebenen Freiheitsstrafen bezahlt werden. 1 000 Euro für ein Jahr, 2 000 Euro für zwei und 10 000 Euro für zehn Jahre. Endlich würde es noch sicherer werden in Deutschland. So wie die Patienten jetzt und in Zukunft immer noch besser versorgt werden.“

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Es kommen einem die Ergebnisse der DRG-Begleitforschung in den Sinn: „Insgesamt keine Belege für eine Verringerung der Qualität . . .“

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