szmtag Kulturkalender: Unvorhersehbar und visionär
ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2013Kulturkalender: Unvorhersehbar und visionär

KULTUR

Kulturkalender: Unvorhersehbar und visionär

Schuchart, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Berlin

18. Mai bis 24. November:

Anzeige

Kapoor in Berlin

Seine Rauminstallationen aus monochrom gefärbten Steinen, ungewöhnlichen Werkstoffen, Objekten und Zeichnungen haben dem 1954 in Bombay geborenen Anish Kapoor, der seit 1973 in London lebt und arbeitet, bereits früh internationale Anerkennung gebracht. Heute zählt er zu den weltweit bedeutendsten Bildhauern. Im Martin-Gropius-Bau sind etwa 70, zum Teil eigens für die Schau entworfene Werke des Turner-Preisträgers zu sehen, die von 1982 bis heute entstanden sind. Bild: „Up Down Shadow“, 2005, 172 × 172 × 101,5 Zentimeter.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Mi.–Mo. 10–19 Uhr

Hannover

15. Mai bis 15. September:

Purer Zufall

Das Unvorhersehbare, Ungesteuerte im künstlerischen Prozess bewusst zuzulassen und einzusetzen, bedeutet Kontrollverlust und setzt die Offenheit für Überraschendes voraus. Künstler wie Duchamp, Arp, Ernst, Pollock, Niki de Saint Phalle, Spoerri, Dieter Roth, John Cage und Gerhard Richter haben in ihren Arbeiten dem Zufall einen besonderen Platz eingeräumt. Anhand von Malerei, Skulptur und Grafik führt die Ausstellung ihre Strategien vor, wie sie mit dem Zufall umgehen.

Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, Di. 10–20, Mi.–So. 10–18 Uhr

Herford

25. Mai bis 8. September:

Visionen

Die Kuratoren unternehmen das Wagnis, dem komplexen, kaum fassbaren Phänomen der Vision in der Gegenwartskunst nachzuspüren. Werke von Franz Ackermann, Michaël Borremans, Felix Droese, Matt Mullican, Thomas Ruff und Jorinde Voigt sollen zeigen, welche Energien für die Zukunftsgestaltung in der Vision liegen und wie sie sich von der Utopie unterscheidet – ein spannendes Unterfangen!

MARTa, Goebenstraße 2–10, Di–So. 11–18, 1. Mi. im Monat: 11 bis 21 Uhr

Köln

Bis 28. Juli:

Kunst, Kalkül, Kommerz

Bereits im 16. Jahrhundert nutzten in

Venedig die Maler Tizian und Tintoretto die Druckgrafik, um ihre Bilder zu vervielfältigen und damit einer größeren Öffentlichkeit nahezubringen. 20 Holz- und Kupferstiche zeugen von der erlesenen Qualität der Reproduktionsgrafik, die damals einen Höhepunkt erlebte und den beiden Künstlern schon zu Lebzeiten Ruhm und einen hohen Marktwert einbrachte.

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, Di. 10–18, Do. 10–21 Uhr

Neumünster

25. Mai bis 27. Oktober:

Back to Earth

Der Werkstoff Keramik, der zeitweise aus der Kunst verschwunden schien, erlebt

eine Renaissance. Auch jüngere Künstlerinnen und Künstler widmen sich wieder dem traditionellen Material, das zum Beispiel Picasso zu großartigen Kreationen inspirierte. In den Räumen und im Skulpturenpark der Gerisch-Stiftung in Schleswig-Holstein erwarten unter dem Titel „Back to Earth“ etwa 80 Objekte unter anderem von Picasso und Ai Weiwei die Besucher. Von der Kleinskulptur bis hin zur raumgreifenden Installation sind alle Exponate aus dem „irdenen“ Stoff geformt.

Herbert-Gerisch Stiftung, Brachenfelder Straße 69, ganzjährig Mi.–So. 11–18 (bis Ende September zusätzlich Sa./So. bis 19 Uhr)

Wiesbaden

Bis 8. September:

Thomas Florschuetz

Thomas Florschuetz, der 1988 von Ost- nach Westberlin übersiedelte, gehört mit seinen fragmentarischen Raum- und Architekturbildern zu den herausragenden Fotokünstlern seiner Generation. Seine erstmals öffentlich vorgestellte Serie „Assembly“ zeigt öffentliche Bauten in Indien, Brasilien und Deutschland.

Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, Mi. u. Fr.–So. 10–17, Di./Do. 10–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Die Ästhetik der Wissenschaften

Foto: 2012 Museum Kunst der Westküste
Foto: 2012 Museum Kunst der Westküste

Der Titel „Wie Schönes Wissen schafft“ gilt ebenso umgekehrt: „Wie Wissen Schönes schafft“, denn die Ausstellung der Uni Tübingen thematisiert die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Ästhetik. Etwa 130 Exponate aus Zoologie, Botanik, Mineralogie und Neurowissenschaften illustrieren, welche Aspekte der Objektästhetik (ob schön oder hässlich) für die Forschung von Bedeutung sind und wie umgekehrt die wissenschaftliche Arbeit Ergebnisse von großem visuellem Reiz hervorbringen kann. Darunter sind die 2002 von der britischen Gesellschaft „Physics World“ als schönstes Experiment aller Zeiten ausgezeichneten Elektronen-Interferenzbilder des Physikers Prof. Claus Jönsson und „The Föhr Reef“ (Bild), eine riesige, von 700 Menschen gehäkelte Textilskulptur in Form eines Korallenriffs, die mathematische Aspekte der Raumausdehnung visualisiert.

„Wie Schönes Wissen schafft“: Museum der Universität Tübingen (MUT), Schloss Hohentübingen, Burgsteige 11, Tübingen, Mi.–So. 10–17, Do. 10–19 Uhr (bis 1. September).

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote