ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2013Organtransplantation: In Bayern werden Zentren geschlossen

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Organtransplantation: In Bayern werden Zentren geschlossen

Dtsch Arztebl 2013; 110(21): A-1013 / B-885 / C-881

Siegmund-Schultze, Nicola

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Konsequenz nach dem Skandal: Das Leber­trans­plan­tations­pro­gramm am Klinikum rechts der Isar wird geschlossen. Foto: dpa
Konsequenz nach dem Skandal: Das Leber­trans­plantations­programm am Klinikum rechts der Isar wird geschlossen. Foto: dpa

Das Leber­trans­plan­tations­pro­gramm am Klinikum rechts der Isar (TU München) wird beendet. Das teilten Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Marcel Huber (CSU) auf einer Pressekonferenz in München mit. Es ist eine Konsequenz aus den bekanntgewordenen bewussten Verstößen gegen Richtlinien zur Organtransplantation. Eine im Verhältnis zu den jährlichen Organtransplantationen hohe Dichte an Transplantationszentren war als Strukturproblem identifiziert worden: Zu viele Zentren konkurrieren um die knappen Organe, was Regelverstöße fördern könnte.

Deshalb wird es in Bayern künftig nur noch drei Zentren für Lebertransplantation geben: Das Klinikum Großhadern der LMU München und die Universitätskliniken Regensburg und Würzburg. Auch das Programm in Erlangen wird beendet.

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Fast zeitgleich wurde bekannt, dass es eine parteienübergreifende Initiative im Bundestag für weitere Änderungen des Transplantationsgesetzes gibt. Das Gesetz war erst 2012 novelliert worden. Ein Entschließungsantrag der Fraktionen zur Gesetzesänderung sieht vor, die Richtlinien zur Organtransplantation, die die Bundes­ärzte­kammer erarbeitet, künftig unter einen Genehmigungsvorbehalt durch das Bundesministerium für Gesundheit zu stellen. Damit gebe es eine staatliche Rechtsaufsicht über die Richtlinien. Diskutiert wird offenbar auch, für Verstöße gegen Richtlinien zur Organtransplantation einen Straftatbestand im Gesetz zu schaffen. Die Änderungen könnten möglicherweise noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. nsi

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