ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2013Notrufnummer: Kein Erfolgsprojekt
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Die im Schnellverfahren populistisch eingeführte bundesweite Notrufnummer 116117 kann absolut nicht als positive Errungenschaft bezeichnet werden. Jährlich circa fünf Millionen Euro müssen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte für diese an sich begrüßenswerte Idee aus eigenem Honorar aufbringen! Auch wenn die Kassenärztlichen Vereinigungen aus historischen Gründen einen Sicherstellungsauftrag haben, so kann man die Ärzteschaft dennoch nicht verpflichten, auch noch einen millionenschweren Zugang für die Ausnutzung dieses Systems bereitzustellen. Hier hätte die Kassenärztliche Bundesvereinigung ultimativ einen entsprechenden finanziellen Ausgleich von den Krankenkassen für die Nutzung dieser Nummer durch ihre Mitglieder fordern müssen. Alternativ müsste der Staat einen kostenlosen Zugang für die Patienten ermöglichen!

Der Schnellschuss der Einrichtung hat aber auch eine Fülle von technischen Komplikationen hervorgerufen, die den Patienten zum Teil unüberwindliche Probleme bereiten bei dem Bemühen, eine ärztliche Notfallversorgung zu bekommen. Endlose Warteschleifen, völlig überforderte Mitarbeiter in den Leitstellen, das Nichterkennen der regionalen Zuordnung bei Handy-Anrufen und vieles andere mehr sind eine logische Folge und Ursache der nur als Fiasko zu bezeichnenden Einrichtung dieser bundesweiten Arztrufnummer. Wenn ein solches Riesenprojekt bundesweit gestartet wird, dann hat es in der Grundlage reibungslos zu funktionieren. Dies ist aber auch auf lange Sicht noch nicht erkennbar.

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Ein Armutszeugnis für die KBV und ihre IT-Planer!

Dr. med. Martin Junker, Leiter der Bezirksstelle Lüdenscheid, Kassenärztliche Vereinigung
Westfalen-Lippe, 58507 Lüdenscheid

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