ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2013Rehabilitationsmaßnahme als Grundpfeiler
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Bereits im Abstract wird in den Rubriken Hintergrund und Ergebnisse darauf hingewiesen, dass bereits wenige Tage nach erfolgreicher Katheterintervention die Patienten wieder zu ihrem regulären Alltag zurückkehren können. 

Auch in den Lernzielen wird der Eindruck erweckt, es handle sich bei der koronaren Herzerkrankung um einen Unfall, der nach erfolgreicher Therapie mittels PCI und entsprechendem engmaschigen medizinisch, diagnostischem Nachsorgeregime nach entsprechender Zeit ausgeheilt ist, wenn sich nur alle an die Regeln der ärztlichen Kunst halten und mit viel Aufwand auf die Einhaltung der Therapie und Durchführung von Nachsorgeuntersuchungen geachtet wird.

In der empfohlenen klinischen Nachsorge wird dem Hausarzt und betreuenden Kardiologen neben der Durchführung der notwendigen klinisch apparativen Diagnostik auch nahe gelegt, gleichzeitig eine Motivation zur Änderung des Lebensstiles zu erreichen.

Mit keinem Wort erwähnt wird die entscheidende professionelle Begleitung des Krankheitsbewältigungsprozesses (1) inklusive Beeinflussung des Lebensstiles und Modifizierung des Riskofaktorenprofils im Rahmen einer indizierten und von den Kostenträgern übernommenen kardialen Anschlussheilbehandlung. 

In den meisten Kliniken und Ärzteköpfen braucht es einen entstandenen Schaden am Herzen (Infarkt, am besten groß) oder eines operativen Eingriffes (BypassChirurgie) um den Gedanken an eine Rehabilitationsmaßnahme zu erwecken. 

Hier sind die Kostenträger unseres Gesundheitswesens weiter als die Handelnden auf den Ebenen der Akutversorgung. Seit Jahren ist die erfolgreiche durchgeführte Koronarintervention eine akzeptierte Indikation zur Übernahme der Kosten einer Anschlussheilbehandlung (2) mit entsprechenden Erfolgen in der Langzeitprognose und Vermeidung von Re-Morbiditäten (3). 

In den Köpfen der behandelnden Akutmediziner ist das noch nicht entsprechend verankert, wie auch dieser Artikel wieder zeigt, in dem mit keinem Wort darauf hingewiesen wird, dass neben Medikation, Herzkatheter, Coronar-CT, MRT und Stressechokardiographie auch die kardiale Rehabilitationsmaßnahme einer der Grundpfeiler der Therapie der Patienten nach PCI sein sollte. 

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0403b

Dr. med. Markus Zirbes
Dr. med. Brigitte Buran-Kilian

Dr. med. Thomas Aupperle

Schwerpunktreha, Ambulante kardiale Rehabilitation, Bonn

reha@spkar.de

1.
Buss U, Herrmann-Lingen C: Der Prozess der Krankheitsbewältigung. In: Rauch B, et al. (eds): Kardiologische Rehabilitation, Standards für die Praxis nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen-DGPR. Stuttgart Thieme Verlag 2007; 122–34.
2.
Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation – Schriftenreihe der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation: Arbeitshilfe zur Rehabiltiation Koronarkranker, Stand 17. Juni 1997, S. 61 ff. www.bar-frankfurt.de/fileadmin/dateiliste/publikationen/arbeitshilfen/downloads/Arbeitshilfe_Koronar.pdf. Last accessed on 14 May 2013.
3.
Korsukéwitz C, Falk J, Lindow B: Kardiologische Rehabilitation in Deutschland. Herz 2012; 37: 12–21. CrossRef MEDLINE
4.
Rassaf T, Steiner S, Kelm M: Postoperative care and follow up after coronary stenting. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(5): 72–82.
VOLLTEXT
1.Buss U, Herrmann-Lingen C: Der Prozess der Krankheitsbewältigung. In: Rauch B, et al. (eds): Kardiologische Rehabilitation, Standards für die Praxis nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen-DGPR. Stuttgart Thieme Verlag 2007; 122–34.
2.Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation – Schriftenreihe der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation: Arbeitshilfe zur Rehabiltiation Koronarkranker, Stand 17. Juni 1997, S. 61 ff. www.bar-frankfurt.de/fileadmin/dateiliste/publikationen/arbeitshilfen/downloads/Arbeitshilfe_Koronar.pdf. Last accessed on 14 May 2013.
3.Korsukéwitz C, Falk J, Lindow B: Kardiologische Rehabilitation in Deutschland. Herz 2012; 37: 12–21. CrossRef MEDLINE
4.Rassaf T, Steiner S, Kelm M: Postoperative care and follow up after coronary stenting. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(5): 72–82.
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