ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2013Bereitschaft: Was ist Patienten zumutbar?
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In dem Artikel über die Neustrukturierungen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes geht es ausschließlich um die Entlastung der Ärzte, besonders im ländlichen Bereich. Diese Diskussion ist berechtigt, erfasst aber die Problematik nicht ganz, da man auch die Zumutbarkeit für die Patienten einbeziehen muss und das Verantwortungsbewusstsein des Arztes, der die Patienten schnell erreichen will.

So soll zum Beispiel in Marburg durch die Neustrukturierung und damit verbundene Zentralisierung der Notarztzentralen der Radius für die Patientenversorgung auf 30 Kilometer erweitert werden.

Anzeige

Eine Fahrt von 30 Kilometern ist für die Patienten nicht mehr zumutbar.

Ebenso sind längere Fahrten für den Arzt eine Zumutung. Die meisten Hausbesuche sind ein potenzieller Notfall, bis der Arzt sie gesehen hat. So kann sich hinter einem Husten ein Lungenödem verbergen oder hinter Bauchschmerzen ein lebensbedrohliches Ereignis . . .

Es besteht so der Zwang, den Patient möglichst schnell zu erreichen. Dieses erhöht den psychischen Druck auf den diensthabenden Arzt. Nachts bei Eis und Schnee, zum Beispiel im Hessischen Bergland, bei Fahrten mit dem eigenen PKW, der meistens kein sicherer Geländewagen ist, besteht immer eine latente Unfallgefahr.

So muss das Thema Neuregelung im Notdienst besonders sorgfältig geprüft werden. Dieses sollte nicht nur KV-intern, sondern unter Einbeziehung der betroffenen Ärzte und unter Anhörung der Bürgermeister von den betroffenen Ortschaften geschehen.

Daniel Kaufmann, Arzt für Allgemeinmedizin,
35091 Cölbe

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige