ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2013Diabetologie: Unmittelbarer Praxisbezug

MEDIEN

Diabetologie: Unmittelbarer Praxisbezug

Dtsch Arztebl 2013; 110(22): A-1104 / B-960 / C-957

Schauder, Peter

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Vom Umschlag des mit 138 mehrfarbigen Tabellen und Abbildungen ansprechend gestalteten Buches strahlt ein sympathischer, normalgewichtiger, ursprünglich wohl dunkelblonder Endfünfziger, gekleidet in verwaschene, mittelblaue Jeans und einen beigen Pullover. Er stützt sich lässig auf eine Säule aus acht überdimensionierten Stücken Würfelzucker. Zwar nicht der klassische Diabetiker, doch was die Diabetologie inzwischen zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Verlängerung der Lebenserwartung anbieten kann, ist eindrucksvoll.

Die Stärken des Buches, an dem 50 Autoren mitgewirkt haben, liegen in seinem unmittelbaren Praxisbezug auf der Basis des aktuellen Wissenstandes. Teil A – Diabetes im klinischen Bild – enthält vorwiegend instruktive Fallbeispiele. Sie tragen Titel wie: Erstmanifestation des Typ-1-Diabetes im Kindesalter, Typ-1-Diabetes und Dialyse, Rationale Therapie mit oralen Antidiabetika, Der uneinsichtige Patient, Diabetes und Depression, Zukunftsplanung eines jugendlichen Patienten mit Typ-1-Diabetes, Begleit- und Folgeerkrankungen bei Typ-2-Diabetes. Meist enden die Kapitel mit einem Fazit für die Praxis und bei Themen zum Typ-1-Diabetes mit einem zusätzlichen cave – besonders zu beachten.

Anzeige

In Teil B – Toolbox – werden die in den Fallbeispielen genannten Werkzeuge und Maßnahmen ausführlich beschrieben und gewichtet. Zu den Themen gehören unter anderem: Injektionshilfen, Pens, Katheter, Blutzuckermesssysteme, elektronisches Datenmanagement, Schulung, „Lifestyle“-Beratung, OP-Vorbereitung und perioperative Betreuung, Einschätzung der Gesundheitskompetenz, Betreuung von Migranten.

In Teil C – Hintergrundwissen – liegt der Schwerpunkt auf der Pathophysiologie des Typ-1-, Typ-2-Diabetes und diabetischen Folgeschäden sowie auf der Klassifikation und Epidemiologie des Diabetes (für 2010 in der Altersgruppe zwischen 20 und 79 Jahren geschätzte 7,5 Millionen Diabetiker und 4,1 Millionen mit gestörter Glukosetoleranz). Informationen über Zertifizierungsverfahren, Berufsbilder in der Diabetologie (etwa Diabetesteam quo vadis?), über psychosoziale Aspekte und diabetesrelevante Adressen sowie ein Sachverzeichnis schließen das empfehlenswerte Buch ab.

Nur zwei Anregungen: Die Adipositas-Klassifikation der WHO sollte korrekt wiedergegeben werden. So beträgt beispielsweise der BMI-Bereich für Übergewicht nicht 26 bis 29, sondern vielmehr 25 bis 30 kg/m². Aus therapeutischer Sicht wäre ein Beitrag „Diabetes mellitus und Organtransplantation“ sinnvoll. Peter Schauder

Thomas Haak, Klaus-Dieter Palitzsch: Diabetologie für die Praxis. Thieme, Stuttgart 2012, 496 Seiten, gebunden, 99,99 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema