ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2013Paracelsus-Medaille 2013: Höchste Auszeichnung der Ärzteschaft verliehen

PARACELSUS-MEDAILLE

Paracelsus-Medaille 2013: Höchste Auszeichnung der Ärzteschaft verliehen

Dtsch Arztebl 2013; 110(22): A-1107 / B-963 / C-959

Hibbeler, Birgit

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Beim 116. Deutschen Ärztetag Ende Mai in Hannover sind vier verdiente Ärzte und Persönlichkeiten mit der Paracelsus-Medaille geehrt worden.

Vorder- und Rückseite der Paracelsus-Medaille
Vorder- und Rückseite der Paracelsus-Medaille

Ein Arzt muss heute ein Multitalent sein: Ein hervorragender Mediziner, ein empathischer Zuhörer und am besten auch noch Betriebswirt. Doch was macht den Arztberuf zu einem besonderen Beruf? Diese Frage gerät im Alltag manchmal in Vergessenheit. Insofern ist die Verleihung der Paracelsus-Medaille eine gute Gelegenheit, sich daran zu erinnern. Die Auszeichnung wird traditionell einmal jährlich beim Deutschen Ärztetag verliehen – schon seit dem 56. Ärztetag 1952 in Berlin. Damals war Albert Schweitzer einer der Preisträger.

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„Der höchste Grund ist die Liebe“, steht auf der Rückseite der Medaille. Es handelt sich um ein Zitat von Paracelsus, nach dem die Auszeichnung benannt wurde. Dahinter steckt eine Überzeugung: Der Arztberuf ist nicht nur ein Job oder irgendeine Tätigkeit. Es geht um eine Haltung.

Die Paracelsus-Medaille ist die höchste Ehrung der deutschen Ärzteschaft. Die Träger haben sich besondere Verdienste um das Gesundheitswesen, die Patientenversorgung und das Gemeinwohl erworben. Sie stehen für hervorragende wissenschaftliche Leistungen oder vorbildlichen Einsatz in der ärztlichen Selbstverwaltung. Alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben sich besondere Verdienste um das Ansehen des Arztberufes erworben. Es sind Vorbilder und Querdenker.

Ein Beispiel für vorbildliche ärztliche Haltung ist sicherlich auch Prof. Dr. med. Heyo Eckel. Er ist Ehrenpräsident des diesjährigen 116. Deutschen Ärztetages in Hannover. Die Deutsche Paracelsus-Medaille erhielt er 2008. Engagement für andere ist bis heute für ihn selbstverständlich, obwohl er mittlerweile 78 Jahre alt ist (siehe Porträt „Lieber Knast als Ruhestand“ in diesem Heft).

Auch für den Namensgeber der Auszeichnung stand fest: Der ärztlichen Arbeit liegt eine besondere Motivation zugrunde. Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493–1541), war Arzt und Gelehrter. Er steht für den Wendepunkt zwischen mittelalterlicher und neuzeitlicher Medizin und vertrat eine neue Sichtweise der ärztlichen Heilkunde: weg vom Allgemeinen, von der Idee und von der Büchergelehrtheit hin zum Konkreten, zum Patienten. Er vertraute auf den Tatsachenbefund, nicht auf abstrakte Lehren von Autoritäten. Er scheute sich nicht, die vorherrschende Meinung infrage zu stellen – wie die der Viersäftelehre. Als einer der ersten hielt er Vorlesungen in deutscher Sprache und wird deshalb „Luther der Medizin“ genannt.

Bei der Eröffnungsfeier des Deutschen Ärztetages in Hannover zeichnete Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundes­ärzte­kammer und des Deutschen Ärztetages, vier Ärzte mit der Paracelsus-Medaille aus (siehe Kasten). Auf den folgenden Seiten befinden sich die Porträts der Preisträger. Es handelt sich um die Kurzfassungen der Laudationes, die anlässlich der Verleihung erstellt wurden.

Dr. med. Birgit Hibbeler

@Die ausführlichen Laudationes: www.aerzteblatt.de/paracelsus-medaille

Träger der Paracelsus-Medaille 2013

Prof. Dr. med. Dr. phil. Siegfried Borelli (88), ehemaliger Leiter der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, und Direktor der Deutschen Klinik für Dermatologie und Allergie Davos

Prof. Dr. med. Christel Taube (76), Professorin für Pharmakologie und Toxikologie sowie ehemalige stellvertretende Institutsdirektorin an der Universität Halle-Wittenberg. Sie hat über Jahrzehnte an einer praxisnahen Medizinerausbildung mitgewirkt.

Prof. Dr. med. Hermann Hepp (79), früherer Direktor der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München am Klinikum Großhadern, seit vielen Jahren Vorstandsmitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundes­ärzte­kammer

Prof. Dr. med. Hans-Joachim Woitowitz (77), leitete viele Jahre das Institut und die Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Gießen. Sein besonderes Interesse galt den Themen Krebsgefährdung am Arbeitsplatz und Asbest.

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