ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2013Siegfried Borelli: Ein Leben für die Dermatologie

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Siegfried Borelli: Ein Leben für die Dermatologie

Dtsch Arztebl 2013; 110(22): A-1108 / B-964 / C-960

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Prof. Dr. med. Dr. phil. Siegfried Borelli führt bis heute die Arbeit der Forschungsgruppe „Noxenkatalog-Datenbank“ fort. Bemerkenswert ist sein berufspolitischer Einsatz. Er nahm allein an 33 Deutschen Ärztetagen teil. Foto: privat
Prof. Dr. med. Dr. phil. Siegfried Borelli führt bis heute die Arbeit der Forschungsgruppe „Noxenkatalog-Datenbank“ fort. Bemerkenswert ist sein berufspolitischer Einsatz. Er nahm allein an 33 Deutschen Ärztetagen teil. Foto: privat

Prof. Dr. med. Dr. phil. Siegfried Borelli führt bis heute die Arbeit der Forschungsgruppe „Noxenkatalog-Datenbank“ fort. Bemerkenswert ist sein berufspolitischer Einsatz. Er nahm allein an 33 Deutschen Ärztetagen teil.

Ruhestand – das ist für Prof. Dr. med. Dr. phil. Siegfried Borelli auch mit 88 Jahren ein Fremdwort. Als Emeritus führt er die Arbeit der Forschungsgruppe „Noxenkatalog-Datenbank“ fort. Er ist als ärztlicher Konsiliarius tätig und verbringt viele Monate des Jahres in der Schweiz. Borelli kann auf ein bemerkenswertes Lebenswerk zurückblicken: In den Sechzigerjahren baute er die Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der Technischen Universität (TU) München auf. Zugleich war er Direktor der Deutschen Klinik für Dermatologie und Allergie Davos.

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Siegfried Borelli wurde am 2. Juni 1924 in Berlin-Wilmersdorf als einziges Kind des Kaufmanns Siegfried Borelli und seiner Ehefrau Irmgard geboren. Nach der Abiturprüfung studierte er Humanmedizin in Berlin, dann in Prag und Hamburg. Unterbrochen vom Militärdienst schloss er sein Studium 1948 ab und wurde zum Dr. med. promoviert. Neben der Medizin studierte Borelli auch Psychologie.

Seine erste Stelle als Assistenzarzt trat er 1948 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf an. Dort war er zunächst in der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik tätig, dann in der Dermatologischen Klinik und Poliklinik. 1951 wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Dermatologischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dieser Wechsel sollte seine weitere Laufbahn prägen, denn der Leiter der Klinik, Professor Alfred Marchionini, wurde zu einem wichtigen Vorbild. 1956 habilitierte er sich zum Privatdozenten mit einer Arbeit über die Hautkrankheiten durch Kontaktstoffe im Friseurberuf. So wurde die Berufsdermatologie schon früh zu einem Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit.

1967 erhielt er einen Ruf auf eine ordentliche Professur an die TU München. Dort wurde er Direktor der neu zu errichtenden Dermatologischen Klinik und Poliklinik, heute Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein. In dieser Funktion war er bis zu seiner Emeritierung 1995 tätig. Darüber hinaus fungierte er als Direktor der auf seine Initiative hin entstandenen Deutschen Klinik für Dermatologie und Allergie Davos, die er bis 2001 leitete.

Als Klinikleiter und Hochschullehrer hat er an der Aus- und Weiterbildung des dermatologischen Nachwuchses mitgewirkt. Rund 150 Ärzte führte er zur Facharztprüfung. Unter seiner Betreuung entstanden etwa 200 Doktorarbeiten und 15 Habilitationen. Viele seiner Schüler wurden Chefärzte und erhielten Professuren. Borellis wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 500 Publikationen in Fachzeitschriften, Büchern, Handbüchern.

Neben seinem Engagement als Arzt, Forscher und Hochschullehrer brachte er sich über Jahrzehnte aktiv in die ärztliche Selbstverwaltung ein. Er engagierte sich als Delegierter bei Deutschen Ärztetagen und war Mitglied im Ausschuss „Arbeitsmedizin“ der Bundes­ärzte­kammer. Auf Bundesebene fungierte er zudem als Mitglied der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und von 1985 bis 1993 als Mitglied des KBV-Vorstandes.

Besonders hervorzuheben sind auch seine berufspolitische Aktivitäten auf Landesebene. Von 1976 bis 2004 saß er in der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Dem KVB-Vorstand gehörte er elf Jahre lang an. In der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer war er ebenfalls über viele Jahre aktiv. 34 Mal war er Delegierter bei einem Bayerischen Ärztetag. Insgesamt 38 Jahre engagierte er sich im Ärztlichen Kreis- und Bezirksverband München.

Ein wichtiges Anliegen war Borelli stets die ärztliche Fortbildung. Bei einer Vielzahl von Veranstaltungen sowie nationalen und internationalen Kongressen zeigte er herausragenden persönlichen Einsatz – als Vortragender und als Organisator. Beispielhaft genannt seien hier die Fortbildungskongresse „Fortschritte der Allergologie, Immunologie“ in Davos, die Tagungen der „Münchner Allergiegesellschaft am Biederstein“ und die „Davoser Tage“, die unter seiner Federführung stattfanden.

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