ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2013Wundmanagement: Diagnose mit bildgebender Remissionsspektroskopie

TECHNIK

Wundmanagement: Diagnose mit bildgebender Remissionsspektroskopie

Dtsch Arztebl 2013; 110(22): A-1118

EB

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Vor allem bei älteren Patienten stellt die häufig langwierige und schmerzhafte Wundheilung ein ernstes medizinisches Problem dar. Besonders wichtig bei chronischen Wunden ist die regelmäßige Kontrolle durch den Arzt. Er diagnostiziert den Heilungsfortschritt und passt entsprechend die Behandlung an. Die Diagnostik ist dabei stark abhängig von der Erfahrung des Mediziners. Weil die Ursachen für Entstehung und Nichtheilung chronischer Verletzungen vielschichtig sind, bedarf es oft der Expertise eines Facharztes. Das Problem: Die Spezialisten sitzen häufig weit entfernt vom Wohnort des Patienten; lange und beschwerliche Transporte sind die Folge. Die Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V., Jena, hat ein neuartiges Diagnosesystem für die Wundheilung entwickelt. Mit dem Verfahren der bildgebenden Remissionsspektroskopie soll die Beurteilung chronischer Wunden durch objektive Einschätzung wesentlich unterstützt werden. Dabei wird die Wunde mit Licht bestrahlt, das aufgrund unterschiedlicher Tiefe und Struktur der Verletzung sowie im Gewebe enthaltener Farbstoffe wie Hämoglobin und Melanin verschiedenartig absorbiert wird.

Das an der Verletzungsoberfläche reflektierte Licht wird von einer multispektralen Kamera eingefangen. Spezielle Algorithmen gleichen das aufgenommene Bild mit einer Datenbank ab und geben Aufschluss über Zustand und Heilungstendenz der Wunde. So könnten künftig auch Nichtspezialisten patientennah den Heilungsverlauf beurteilen und die Behandlung bedarfsgerecht steuern. Lange Transportwege entfallen dadurch gegebenenfalls. Derzeit sind klinische Studien in Vorbereitung, um die Leistungsfähigkeit des Diagnosesystems durch den Ausbau der Datenbank mit bildhaften Daten chronischer Wunden weiter zu verbessern. Dazu soll das Gerät am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt eingesetzt werden.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Diagnosesystem wurde beim Innovationstag Mittelstand am 16. Mai in Berlin (www.aif-projekt-gmbh.de/innovationsfoerderung/innovationstag.html) präsentiert. EB

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