ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2013Daten der Indexperson wichtig
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Auch wenn Nadelstichverletzungen bei nichtmedizinischem Personal seltener vorkommen, ist es wichtig, die betroffenen Personen rechtzeitig medizinisch zu versorgen. Eine Unsicherheit besteht jedoch bei Vorfällen außerhalb des Krankenhauses. Oft setzen sich Ersthelfer bei Unfällen Infektionsrisiken aus, um Opfer trotz blutiger Verletzungen aus Fahrzeugen zu befreien und erste medizinische Hilfe zu ermöglichen. Trotz Handschuhen und Vorsicht kann es dabei zu Verletzungen der Ersthelfer und intensivem Blutkontakt mit dem Blut der Indexpersonen kommen.

Wenn Ersthelfer die Namen der Opfer und Kontaktperson notiert haben, ist es unproblematisch, eine Blutprobe der Indexperson zu erhalten. Wenn dies aber im Zuge des Geschehens versäumt wurde, es ist kaum möglich, die Situation zu klären, weil Polizeidirektionen die Namen der Unfallopfer geheim halten. Nur wenn die betroffenen Personen in eine stationäre Einrichtung eingeliefert wurden, lassen sich Personaldaten unter Medizinern intern ermitteln und Blutproben für die Diagnostik gewinnen. Manchmal kann der Rechtsanwalt des Ersthelfers die Daten der Indexperson besorgen, was jedoch nicht sicher ist. Falls das Unfallopfer im Krankenhaus verstorben ist, ist es nicht möglich, an die Patientendaten und eine Blutprobe zu kommen.

Es sollte möglich sein, dass der Durchgangs-Arzt, der Zugführer der Feuerwehr oder des THW ausreichend Befugnisse erhält, um auch in solchen Fällen die Daten der Indexperson auf direktem Wege zu erfahren und eine zeitnahe Blutentnahme zu veranlassen. Letztendlich sind die Mediziner verpflichtet, die Prophylaxe der Ersthelfer auch in ungünstigen Fällen zu gewährleisten.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0420a

Dr. med. Wladimir Teterin

Facharzt für Medizinische Mikrobiologie,
Pölchow
wladimir.teterin@med.uni-rostock.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Himmelreich H, Rabenau HF, Rindermann M, Stephan C, Bickel M, Marzi I, Wicker S: The management of needlestick injuries. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(5): 61–7 VOLLTEXT
1.Himmelreich H, Rabenau HF, Rindermann M, Stephan C, Bickel M, Marzi I, Wicker S: The management of needlestick injuries. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(5): 61–7 VOLLTEXT

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