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Die Testung des Indexpatienten nach einer Nadelstichverletzung (NSV) ist die Voraussetzung für eine optimale Betreuung des betroffenen Beschäftigten. Die Kenntnis des Infektionsstatus des Indexpatienten ermöglicht eine individuelle Therapie und verhindert bei negativem HIV-Testergebnis etwaige eventuell schwerwiegende Nebenwirkungen einer Postexpositionsprophylaxe (HIV-PEP).

Im klinischen Alltag besteht jedoch häufig Unsicherheit inwieweit der Patient zur Blutuntersuchung verpflichtet werden kann, um Schaden für den betroffenen Mitarbeiter abzuwenden.

Aus unserer interdisziplinären Sicht erscheint uns die Testung des Indexpatienten angemessen und im Allgemeinen rechtmäßig (1).

Neuere Studien zeigen, dass neben den infektiologischen Gefährdungen auch psychosomatische/psychiatrische Erkrankungen im Anschluss an eine NSV auftreten können (2). Ein schnellstmöglich mitgeteiltes negatives Testergebnis entlastet den Beschäftigten, wohingegen eine NSV bei einem infektiösen Patienten engmaschig betreut werden sollte um sowohl psychische als auch physische Erkrankungen zu vermeiden oder rechtzeitig zu erkennen beziehungsweise zu behandeln.

Die von Herrn Dr. Teterin beschriebenen Szenarien außerhalb des Krankenhauses bedürfen in einem ersten Schritt einer juristischen Klärung, und in der Folge einer entsprechenden Kommunikation und Organisation um auch nichtmedizinisches Personal (zum Beispiel Ersthelfer oder Polizisten) optimal betreuen zu können.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0420b

PD Dr. med. Sabine Wicker

Betriebsärztlicher Dienst

Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

Sabine.Wicker@kgu.de

Prof. Dr. med. Ingo Marzi

Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

Interessenkonflikt
PD Dr. Wicker bekam Kongressgebühren, Reise- und Übernachtungskosten erstattet und erhielt Vortragshonorare von den Firmen B. Braun, BD, BV-Med, und pfm.

Prof. Marzi erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wicker S, Gottschalk R, Spickhoff A, Rabenau HF: HIV-Test nach Nadelstichverletzung: Muss der Indexpatient zugestimmt haben? Dtsch Med Wochenschrift 2008; 133: 1517–20 CrossRef MEDLINE
2.
Green B, Griffiths EC: Psychiatric consequences of needlestick injury. Occup Med (Lond) 2013; [epub ahead of print] MEDLINE
3.
Himmelreich H, Rabenau HF, Rindermann M, Stephan C, Bickel M, Marzi I, Wicker S: The management of needlestick injuries. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(5): 61–7 VOLLTEXT
1.Wicker S, Gottschalk R, Spickhoff A, Rabenau HF: HIV-Test nach Nadelstichverletzung: Muss der Indexpatient zugestimmt haben? Dtsch Med Wochenschrift 2008; 133: 1517–20 CrossRef MEDLINE
2.Green B, Griffiths EC: Psychiatric consequences of needlestick injury. Occup Med (Lond) 2013; [epub ahead of print] MEDLINE
3.Himmelreich H, Rabenau HF, Rindermann M, Stephan C, Bickel M, Marzi I, Wicker S: The management of needlestick injuries. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(5): 61–7 VOLLTEXT

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