ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2013Substitutmitgabe bei Opiatabhängigkeit

MEDIZIN: Originalarbeit

Substitutmitgabe bei Opiatabhängigkeit

Take home maintenance medication in opiate dependence

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(23-24): 405-12; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0405

Gutwinski, Stefan; Bald, Lena Karoline; Heinz, Andreas; Müller, Christian A.; Schmidt, Ane Katrin; Wiers, Corinde; Bermpohl, Felix; Gallinat, Jürgen

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Hintergrund: Im Rahmen der Substitutmitgabe ist es möglich, substituierten opiatabhängigen Patienten das Substitut für mehrere Tage mitzugeben. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die für die Substitutmitgabe ausgewählten Patienten den Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer entsprechen. Diese umfassen unter anderem: keinen gesundheitsgefährdenden Beikonsum, eine psychosoziale Reintegration, die abgeschlossene Einstellung auf das Substitutionsmittel und eine klinische Stabilisierung.

Methode: Es wurden von Mai bis Oktober 2011 alle 20 psychiatrischen Kliniken sowie alle 110 Praxen mit Lizenz zur Opiatsubstitution in Berlin in die Untersuchung einbezogen.

Ergebnisse: An der Befragung nahmen 986 (19,9 %) der 5 032 substituierten Patienten teil, von denen 956 Angaben zur Frequenz der Substitution machten. Von den 956 Patienten gaben 365 (38,2 %) an, Substitutmitgabe zu erhalten. Von diesen gaben 197 Patienten (56,0 %) Beikonsum an, gegenüber 388 (69,9 %) mit täglicher Vergabe (p < 0,0001). Niedrigere Beikonsumraten unter Substitutmitgabe wurden auch für die Substanzen Heroin, Kokain und Benzodiazepine (jeweils p < 0,0001) angegeben. Patienten mit Substitutmitgabe gaben häufiger eine Berufstätigkeit an und waren länger im Substitutionsprogramm (jeweils p < 0,0001), als Patienten mit täglicher Vergabe. Eine klinische Stabilisierung im Sinne einer Verbesserung der körperlichen und seelischen Gesundheit wurde von Patienten mit und ohne Mitgabe gleichermaßen berichtet.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Befragung von Patienten zeigt, dass die Mehrheit der Patienten mit Substitutmitgabe den von uns untersuchten Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer entspricht.

LNSLNS

Die Opiatabhängigkeit ist eine chronische Erkrankung, die häufig mit sozialen Folgen wie Arbeitslosigkeit, und mit körperlichen Folgeerkrankungen wie HIV und Hepatitis C verbunden ist (1). Derzeit gibt es in Deutschland etwa 150 000 Patienten mit Opiatabhängigkeit (2).

Die häufigste Behandlung ist die Substitutionsbehandlung. Diese zielt auf eine Überführung der Heroinabhängigkeit in eine kontrollierte Opiatabhängigkeit durch Gabe medizinischer Opioide, primär zur Reduktion der Entzugsymptome (3). Aktuell nehmen in Deutschland etwa 77 400 Patienten am Opiatsubstitutionsprogramm teil (4).

Die basalen Ziele der Substitutionsbehandlung umfassen das Sichern des Überlebens, die körperliche Stabilisierung und die Reduktion des Heroinkonsums (3). Die Abstinenz weiterer Suchtmittel und die Opiatabstinenz werden als mittel- und hochgradige Ziele definiert (3). Die Wirksamkeit auf die basalen Ziele konnte wiederholt belegt werden (1, 3, 5). Grönbladh und Kollegen konnten zeigen, dass opiatabhängige Patienten ohne Substitutionstherapie eine 63-fach, mit Substitution dagegen eine 8-fach erhöhte Sterblichkeitsrate gegenüber einer gleichaltrigen Normalbevölkerung aufwiesen (6). Hinsichtlich des Auftretens von Infektionserkrankungen zeigte sich die Substitutionstherapie in Studien ebenfalls als vorteilhaft: Metzger und Kollegen zeigten beispielsweise, dass opiatabhängige Patienten im Methadonprogramm innerhalb von 18 Monaten eine Serokonversionsrate von HIV von 3,5 % aufwiesen, ohne Substitutionstherapie betrug diese 22 % (7). Die Verbesserung der Lebensqualität durch die Substitution konnte wiederholt belegt werden (810), beispielsweise durch die Untersuchung von Maremmani und Kollegen, die 213 substituierte Patienten über ein Jahr untersuchten und eine nachweisliche Verbesserung der Lebensqualität feststellen konnten (11).

Im Rahmen der bestehenden Gesetzeslage ist es möglich, neben der täglichen Ausgabe, Patienten die substituierten Substanzen auch für Intervalle von mehreren Tagen mitzugeben (3, 12, 13). Dieses Verfahren wird als Mitgabe oder „take home“-Vergabe bezeichnet. Mehrere Studien konnten zeigen, dass Patienten den Beikonsum beenden, wenn sie die Substitutmitgabe in Aussicht gestellt bekommen (1421). Gerra und Kollegen wiesen in einer Untersuchung an 300 Patienten nach, dass Patienten innerhalb von 12 Monaten ihren Beikonsum reduzierten, wenn sie Substitutmitgabe erhielten und der Urin regelmäßig auf illegale Substanzen untersucht wurde (16). Peles und Kollegen berichteten in einer über 15 Jahre durchgeführten Untersuchung, dass Patienten mit Substitutmitgabe längere Abstinenzphasen hatten als mit täglicher Vergabe (22). Walley und Kollegen zeigten, dass die Anzahl der Krankenhausbehandlungen nach Beginn der Substitutmitgabe in einem Untersuchungszeitraum von 20 Monaten deutlich niedriger war, als bei täglicher Vergabe (23).

In den letzten Jahren ist das Verfahren der Mitgabe und konsekutiv die Substitutionstherapie, insbesondere in den öffentlichen Medien, in die Kritik geraten (2427). Hintergrund war eine Zunahme von tödlichen Intoxikationen durch Methadon und anderen Substanzen und Berichte über tödliche Intoxikationen von Angehörigen einschließlich Kindern von Patienten (28, 29). Angenommen wurde, dass Kinder die Substanzen fälschlicherweise eingenommen hatten, wobei eine regelmäßige Einnahme der Substanzen nicht ausgeschlossen werden konnte (3032).

Weiterhin gab es Berichte über die Zunahme von Methadon auf dem Schwarzmarkt (33). Daraus resultiert die Frage, ob die für die Substitutmitgabe ausgewählten Patienten überhaupt den bestehenden Richtlinien entsprechen.

Die Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer für die Substitutmitgabe sind im Kasten genannt (13) . Diese umfassen, dass „keine weiteren Substanzen konsumiert (werden), die zusammen mit der Einnahme des Substitutionsmittels zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen können“, womit der sogenannte Beikonsum gemeint ist. Streng genommen schließt diese Formulierung den Beikonsum schwach sedierender Substanzen, wie beispielsweise niedrige Dosierungen von Cannabis, nicht aus.

Richtlinien der Bundesärztekammer zur Mitgabe der Substitution
Richtlinien der Bundesärztekammer zur Mitgabe der Substitution
Kasten
Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer zur Mitgabe der Substitution

Die weiteren Vorgaben sind so formuliert, dass ein Interpretationsspielraum für die behandelnden Ärzte besteht. Sie umfassen unter anderem eine „klinische Stabilisierung“, eine „psychosoziale Reintegration“ und die abgeschlossene „Einstellung auf das Substitutionsmittel“.

Bisher gibt es allerdings keine systematische Untersuchung über die Rate des Beikonsums bei Patienten mit Substitutmitgabe. Auch gibt es bisher keine systematische Untersuchung über bestehende klinische Faktoren bei Patienten mit Opiatabhängigkeit und Substitutmitgabe, die die Auswahlkriterien der Ärzte aufzeigen.

Daher führten die Autoren bei opiatabhängigen substituierten Patienten eine flächendeckende Erhebung für die Region Berlin durch. Die untersuchte Hauptfrage war, ob die Patienten mit Substitutmitgabe den Empfehlungen der Bundes­ärzte­kammer hinsichtlich des Beikonsums entsprechen.

Als Nebenfrage wurden die Berufstätigkeit, die Dauer der Substitution, sowie eine Bewertung der Therapie durch die Patienten erhoben, um die Kriterien der Bundes­ärzte­kammer hinsichtlich „psychosozialer Reintegration“ und „klinischer Stabilisierung“ und „abgeschlossene Einstellung auf das Substitutionsmittel“ zu erfassen.

Methoden

Stichprobe

Die Studie wurde von der Ethikkommission genehmigt. Es wurden von Mai bis Oktober 2011 alle 20 psychiatrischen Kliniken sowie die 110 Praxen mit Lizenz zur Opiatsubstitution in Berlin kontaktiert (34). Es nahmen zehn Kliniken und 47 Praxen teil. Aus zehn der zwölf Berliner Bezirke konnten Praxen zur Teilnahme gewonnen werden. 29 Praxen gaben an, derzeit keine Patienten zu substituieren, 34 Praxen lehnten die Teilnahme ab. Zum Zeitpunkt der Befragung waren 5 032 substituierte Patienten bei der Ärztekammer registriert. Die Registrierung dient unter anderem der Verhinderung der Mehrfachsubstitution in Praxen. An der Untersuchung nahmen 986 Patienten (19,9 %) aller in Berlin substituierten Patienten teil.

Die Studienaufklärung erfolgte in mündlicher und schriftlicher Form. Die Teilnahme an der Studie war freiwillig. Die Diagnose der Opiatabhängigkeit war nach ICD-10 vom behandelnden Arzt gestellt worden. Eingeschlossen wurden opiatabhängige substituierte Patienten. In einer anonymen Befragung durch von Patienten selbst auszufüllenden Fragebögen wurden neben demographischen Angaben Fragen zum klinischen Verlauf, der Frequenz der Substitutausgabe sowie Angaben zum Beikonsum erhoben. Zur Sicherung der Anonymität wurde Alter und Dauer der Abhängigkeit in Zeitspannen abgefragt. Die Fragebögen wurden vorwiegend in den Wartezeiten in den Praxen ausgefüllt. Die Untersuchungsbedingungen waren dabei vergleichbar zwischen den Praxen. Die Bewertung der Substitution durch die Patienten erfolgte auf einer 6-Punkte-Skala von 1, „gar nicht“ bis 6, „sehr“. Die Ergebnisse zur Rate von Nebenwirkungen und der Bewertung alternativer Therapien werden an anderer Stelle berichtet.

Statistik

Die Auswertung erfolgte mit SPSS 20. Deskriptiv wurden nominale Variablen als absolute und relative Häufigkeiten angegeben. Gruppenvergleiche erfolgten mittels Chi-Quadrat-Test und t-Test. T-Tests erfolgten nach Prüfung auf Normalverteilung und Varianzgleichheit nach Levene. Bei einem Signifikanzniveau von p = 0,05, wurden bei 37 statistischen Tests, nach Adjustierung mittels der Methode nach Bonferroni, p-Werte kleiner 0,00135 (0,05/37) als signifikant gewertet.

Ergebnisse

Frequenz der Substitutausgabe

956 Patienten machten Angaben zur Frequenz der Substitutausgabe (Tabelle 1), 30 Patienten machten zur Frequenz keine Angaben. Bei 591 Patienten (61,8 %) wurde das Substitut täglich, bei 365 Patienten (38,2 %) seltener als täglich vergeben. Unter den Patienten mit nichttäglicher Vergabe war die wöchentliche Vergabe am häufigsten (62,7 %), gefolgt von zweimal wöchentlicher (25,2 %) und mehrfach wöchentlicher Vergabe (12 %). Patienten mit Substitutmitgabe wurden häufiger in Praxen als in Kliniken behandelt (p < 0,00001), gaben häufiger eine Berufstätigkeit an (p = 0,0005), waren älter (p < 0,00001), länger substituiert (p < 0,00001) und längere Zeit abhängig (p < 0,00315) als Patienten mit täglicher Substitutausgabe (Tabelle 1). Es fanden sich keine Gruppenunterschiede zwischen Patienten mit Mitgabe versus täglicher Substitutausgabe hinsichtlich Geschlecht, absolvierter Schuljahre, des mittleren Methadondosisäquivalents, der Anzahl der Entgiftungsbehandlungen, Inhaftierungen und dem Vorhandensein von Kindern (Tabelle 1).

Beschreibung der Stichprobe, demografische Angaben
Beschreibung der Stichprobe, demografische Angaben
Tabelle 1
Beschreibung der Stichprobe, demografische Angaben

Hinsichtlich der subjektiven Bewertung der Substitution berichten Patienten mit Mitgabe häufiger über eine durch die Substitution ermöglichte Berufstätigkeit als Patienten mit täglicher Substitutausgabe (p = 0,001) (Tabelle 2). Diese wiederum berichten dagegen häufiger als Patienten mit Mitgabe, dass die Ausgabezeiten der Substitutionspraxis die Berufstätigkeit erschwere (p < 0,00001) und dass der Kontakt mit anderen substituierten Patienten zu einem vermehrten Beikonsum führe (p < 0,00001). Die Patientengruppen mit und ohne Substitutmitgabe berichten beide über eine Verbesserung der körperlichen Gesundheit (p = 0,023) und des seelischen Zustands (p = 0,010) durch die Substitution.

Beschreibung der Stichprobe, klinische Angaben
Beschreibung der Stichprobe, klinische Angaben
Tabelle 2
Beschreibung der Stichprobe, klinische Angaben

Beikonsum neben der Substitutionsbehandlung

Angaben zum Beikonsum machten 907 Patienten, wobei 585 (64,5 %) der substituierten Patienten Beikonsum angaben. Beikonsum gaben 197 Patienten (56,0 %) mit Substitutmitgabe an, gegenüber 388 (69,9 %) mit täglicher Vergabe (p = 0,00026). Der Unterschied fand sich auch bei den Einzelsubstanzen Heroin (p < 0,00001), Kokain (p = 0,00013) und Benzodiazepine (p < 0,00001), und bei multiplem Substanzkonsum (p = 0,0003) (Tabelle 1).

Patienten mit Kindern und Beikonsum neben der Substitutionsbehandlung

Kinder zu haben, gaben 364 Patienten (39,1 %) an, von diesen hatten 137 (37,6 %) das Sorgerecht. Hinsichtlich des Beikonsums von Patienten mit Kindern unterschieden sich diejenigen mit Mitgabe statistisch nicht von der Gruppe mit täglicher Substanzausgabe (Tabelle 3, 4).

Subjektive Bewertung der Substitutionsbehandlung
Subjektive Bewertung der Substitutionsbehandlung
Tabelle 3
Subjektive Bewertung der Substitutionsbehandlung
Angaben zu Beikonsum von Patienten mit Kindern , die das Sorgerecht für diese haben
Angaben zu Beikonsum von Patienten mit Kindern , die das Sorgerecht für diese haben
Tabelle 4
Angaben zu Beikonsum von Patienten mit Kindern , die das Sorgerecht für diese haben

Diskussion

Anhand der Daten der Autoren kann gezeigt werden, dass Patienten mit Substitutmitgabe niedrigere Beikonsumraten als Patienten ohne Mitgabe angeben. Insbesondere Substanzen wie Heroin, Kokain und Benzodiazepine werden in der Gruppe mit Mitgabe seltener konsumiert. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Großteil der Patienten mit Substitutmitgabe entsprechend der Vorgaben der Ärztekammer niedrige Beikonsumraten gesundheitsgefährdender Substanzen aufweist.

Die Anzahl der Patienten mit Mitgabe und Beikonsum stark sedierender Substanzen ist allerdings nicht unerheblich, beispielsweise geben 17 von 365 Patienten mit Mitgabe den Beikonsum von Heroin und 53 den Beikonsum multipler Substanzen an. Dieses Ergebnis könnte die Schlussfolgerung zulassen, dass Kontrollen des Substanzkonsums bei Patienten mit Mitgabe notwendig sind. Dies würde sich mit den Ergebnissen anderer Studien decken, welche die Wirksamkeit der Mitgabe nur dann nachweisen konnten, wenn regelmäßige Urinkontrollen durchgeführt wurden (16, 17, 20, 21).

Neben dem Beikonsum wurden von uns zusätzlich Parameter erfragt, die weitere Kriterien der Bundes­ärzte­kammer zur Substitutmitgabe umfassen.

Die Ergebnisse der Untersuchung der Autoren zeigen dabei, dass häufiger berufstätige Patienten für das Verfahren der Mitgabe ausgewählt werden, entsprechend der Vorgabe der Bundes­ärzte­kammer hinsichtlich einer fortgeschrittenen „psychosozialen Reintegration“. Dass vorwiegend länger substituierte Patienten Mitgabe erhalten (durchschnittlich 8,9 Jahre erkrankt) spricht dafür, dass durch die lange Dauer der Substitution die „Einstellung auf das Substitutionsmittel“, beispielsweise hinsichtlich der Dosierung, abgeschlossen ist. Eine „klinische Stabilisierung“ durch die Substitution wurde von Patienten mit und ohne Mitgabe in den Bereichen Verbesserung der körperlichen und seelischen Gesundheit angegeben. Dass vorwiegend ältere und lange erkrankte Patienten Substitutmitgabe erhalten, weist darauf hin, dass dies weitere wichtige Auswahlkriterien für die Substitutmitgabe sind.

Die Ergebnisse der Studie der Autoren lassen die Schlussfolgerung zu, dass nach den Selbstangaben die Mehrheit der Patienten mit Mitgabe den untersuchten Vorgaben der Bundes­ärzte­kammer entspricht. Dies bedeutet aber nicht, dass diese Patientengruppe alle Kriterien der Bundes­ärzte­kammer (Kasten) erfüllt. Ein substanzieller Anteil der Patienten wird den Kriterien nicht gerecht.

Mehrere Befunde der Studie der Autoren halten diese aber darüber hinaus für berichtenswert:

  • Die Rate des Beikonsums in der Gesamtstichprobe beträgt 64,5 %.

Dies erscheint auf den ersten Blick sehr hoch. Insbesondere Cannabis wird von etwa jedem dritten Patienten als Beikonsum angegeben. Allerdings berichten nur 15,6 % der Patienten Beikonsum von Benzodiazepinen, 11,7 % von Heroin und nur 8,8 % von Kokain.

Das basale Ziel der Substitutionsbehandlung ist die Senkung der Mortalität, insbesondere durch Reduktion von Infektionserkrankungen und schweren Intoxikationen (1). Scherbaum nennt die Abstinenz weiterer Suchtmittel und die anhaltende Opiatabstinenz mittel- und hochgradige Ziele (3).

Dass eine vollständige Abstinenz nur bei einem Teil der Patienten erreicht werden kann, wird mittlerweile weitgehend angenommen (1, 35, 36). Trotzdem gefährden die hohen Beikonsumraten die Patienten. Möglicherweise ist daher in Einzelfällen ein Veränderung des Therapieregimes notwendig, beispielsweise durch regelmäßige Urinkontrollen und Reduktion der Dosierung des Substituts (Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer, Punkt 11) (5, 13, 37) .

  • Überraschend ist aus krankenhausärztlicher Perspektive die Tatsache, dass fast 40 Prozent aller Patienten Substitutmitgabe erhalten, denn nur 14 Prozent aller im Krankenhaus rekrutierten Patienten (14 von 97 Patienten) gaben an, Mitgabe zu erhalten. Dies stimmt mit den Erfahrungen der Autoren im klinischen Alltag überein. Es kann darauf hindeuten, dass Patienten mit Mitgabe die „erfolgreicheren“ Patienten sind, die seltener krankenhausärztlicher Behandlung bedürfen.
  • Anhand der Daten der Autoren kann gezeigt werden, dass über 50 % der sorgeberechtigten Patienten mit Kindern einen Beikonsum berichten.

Allerdings beschreibt von diesen nur eine Minderheit einen Beikonsum stark sedierender Substanzen, wie Heroin und Benzodiazepine, und multiplen Beikonsum. Insbesondere Patienten mit Kindern und Substitutmitgabe berichten seltener über Beikonsum als Patienten mit Kindern und täglicher Vergabe. Die Gruppenunterschiede sind jedoch statistisch nicht signifikant. Da im Falle der potenziellen Gefährdung von Kindern jeder Fall von Bedeutung ist, sollte auch zukünftig bei Patienten mit Kindern die Auswahl für die Substitutmitgabe sorgfältig erfolgen, weil bei diesen das Substitut zu Hause zugänglich ist.

  • Problematisch ist die Tatsache, dass insbesondere Patienten mit täglicher Substitutausgabe einen vermehrten Beikonsum durch den Kontakt mit anderen substituierten Patienten in den Praxen schildern.

Angenommen werden könnte, dass Dealer die Substitutionspraxen gezielt ansteuern oder Patienten im Anschluss an die Substitution gemeinsam konsumieren.

  • Die Daten der Autoren weisen darauf hin, dass das Verfahren der Mitgabe selbst einen positiven Effekt auf den Beikonsum hat, weil die Patienten seltener die Praxen aufsuchen müssen.

In der Befragung der Autoren erläutern Patienten mit Mitgabe gegenüber täglicher Substitution seltener, dass es durch den regelmäßigen Kontakt mit Mitpatienten in den Substitutionspraxen zu vermehrtem Beikonsum kommt.

Auch scheint sich die Substitutmitgabe auf die Einschätzung der Patienten hinsichtlich ihrer Berufsfähigkeit auszuwirken: Patienten mit Mitgabe berichten seltener über Einschränkungen der Berufstätigkeit durch die Ausgabezeiten der Praxen.

Bei diesen Punkten ist allerdings einschränkend zu bedenken, dass sich in der Untersuchung der Autoren die Patienten mit und ohne Substitutmitgabe hinsichtlich des Schweregrades der Abhängigkeitserkrankung, beispielsweise hinsichtlich der Substitutions- und Erkrankungsdauer, unterscheiden. Hier sollten zukünftig randomisierte prospektive Untersuchungen durchgeführt werden, um die spezifischen Wirkfaktoren der Substitutmitgabe zu klären.

Limitationen

Die Studie der Autoren zeigt einige Einschränkungen:

  • Die Daten zum Beikonsum beruhen ausschließlich auf Angaben durch Befragung der Patienten. Es kann trotz der anonymen Befragung nicht ausgeschlossen werden, dass sozial erwünscht geantwortet wurde und die eigentlichen Beikonsumraten höher liegen. Ein anderes Erhebungsverfahren des Beikonsums, beispielsweise durch Urinkontrollen, hätte möglicherweise einen Selektionseffekt in der Population bedingt.
  • Da 34 Praxen die Teilnahme an der Studie ablehnten, ist nicht auszuschließen, dass sich in diesen Praxen die Beikonsumraten von den 47 teilnehmenden Praxen unterschieden.
  • Bei einer Teilnehmerrate von 19,9 % ist nicht auszuschließen, dass vorwiegend motivierte Patienten an der Befragung teilnahmen, die möglicherweise auch geringere Beikonsumraten aufwiesen. Dies entspricht allerdings nicht dem Eindruck der Autoren während der Rekrutierung, denn durch die zum Teil bestehenden Wartezeiten in den Praxen nahmen sehr unterschiedliche Patienten an der Befragung teil.
  • Die Fallzahlen des Vergleichs des Beikonsums der Einzelsubstanzen bei Patienten mit Kindern sind zum Teil sehr niedrig, so dass Gruppenvergleiche nur eingeschränkt aussagefähig sind.
  • Die untersuchten Faktoren bei drei Nebenfragen wurden nicht mittels dichotomer Angaben (erfüllt/nicht erfüllt) untersucht, sondern durch Mittelwerte einer 6-stufigen Skala und Jahresangaben. Dies erlaubt eine graduelle Bewertung der zum Teil subjektiven Faktoren („psychosozialer Reintegration“ oder „klinischer Stabilisierung“). Prozentualen Angaben können aus diesen Angaben nicht geschlossen werden.

Resümee

Die Ergebnisse der vorliegenden flächendeckenden Untersuchung zur Substitutmitgabe weisen darauf hin, dass die Mehrheit der Patienten mit Substitutmitgabe den von den Autoren untersuchten Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer hinsichtlich Beikonsum, „klinischer Stabilisierung“, „psychosozialer Reintegration“ und „abgeschlossener Einstellung auf das Substitutionsmittel“ entspricht (13). Weil die Anzahl der Patienten mit Mitgabe und Beikonsum nicht unerheblich ist, auch bei Patienten mit Kindern, erlauben die vorliegenden Ergebnisse die Schlussfolgerung, dass Kontrollen des Substanzkonsums notwendig sind. Dies würde sich mit den Ergebnissen anderer Studien decken, die die Wirksamkeit der Mitgabe nur dann nachweisen konnten, wenn regelmäßige Urinkontrollen durchgeführt wurden (16, 17, 20, 21).

Abschließend ist zu berücksichtigen, welche Einschränkungen im Lebensradius, beispielsweise durch Einschränkung der Reisemöglichkeiten, substituierte Patienten durch die tägliche Ausgabe erfahren. Um Patienten einen Zugewinn an Bewegungsspielraum zu geben, sollte auch zukünftig das Verfahren der Mitgabe angewendet werden können.

Danksagung
Die Autoren danken Isolde Daig, Thomas Riemer, Sarah Hahn und dem Team der Station 34 für die Unterstützung beim Studiendesign, der Datenauswertung und Patientenrekrutierung.

Interessenkonflikt

Alle Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 26. 9. 2012, revidierte Fassung angenommen: 19. 3. 2013

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Stefan Gutwinski
Universitätspsychiatrie der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Große Hamburger Straße 5–11
10115 Berlin
Stefan.Gutwinski@charite.de

Zitierweise
Gutwinski S, Bald LK, Heinz A, Müller CA, Schmidt AK, Wiers C, Bermpohl F, Gallinat J: Take home maintenance medication in opiate dependence. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(23–24): 405–12. DOI: 10.3238/arztebl.2013.00405

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Prof. Dr. med. Heinz, Dr. med. Müller
Universitätspsychiatrie der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus, Berlin: Dr. med. Gutwinski, Lena Karoline Bald, Prof. Dr. med. Heinz, Ane Katrin Schmidt, Corinde Wiers, Prof. Dr. med. Bermpohl, Prof. Dr. med. Gallinat
Richtlinien der Bundesärztekammer zur Mitgabe der Substitution
Richtlinien der Bundesärztekammer zur Mitgabe der Substitution
Kasten
Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer zur Mitgabe der Substitution
Beschreibung der Stichprobe, demografische Angaben
Beschreibung der Stichprobe, demografische Angaben
Tabelle 1
Beschreibung der Stichprobe, demografische Angaben
Beschreibung der Stichprobe, klinische Angaben
Beschreibung der Stichprobe, klinische Angaben
Tabelle 2
Beschreibung der Stichprobe, klinische Angaben
Subjektive Bewertung der Substitutionsbehandlung
Subjektive Bewertung der Substitutionsbehandlung
Tabelle 3
Subjektive Bewertung der Substitutionsbehandlung
Angaben zu Beikonsum von Patienten mit Kindern , die das Sorgerecht für diese haben
Angaben zu Beikonsum von Patienten mit Kindern , die das Sorgerecht für diese haben
Tabelle 4
Angaben zu Beikonsum von Patienten mit Kindern , die das Sorgerecht für diese haben
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  • Mitgabe nicht erlaubt
    Dtsch Arztebl Int 2013; 110(41): 688; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0688a
    Piekoschowski, Angela
  • Nicht registriert
    Dtsch Arztebl Int 2013; 110(41): 688; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0688b
    Böhm, Maja
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2013; 110(41): 688-9; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0688c
    Gutwinski, Stefan; Bald, Lena Karoline; Heinz, Andreas; Müller, Christian A.; Schmidt, Ane Katrin; Wiers, Corinde; Bermpohl, Felix; Gallinat, Jürgen

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