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LNSLNS Prof. Dr. med. Wolfdietrich Germer ist am 25. März in Berlin gestorben. Er hat nicht nur die Berliner Medizin maßgeblich beeinflußt, sondern hat sich als Tropenmediziner hoher internationaler Anerkennung erfreut.
Nach Weiterbildung in München unter dem Pathologen Borst und dem Internisten Schittenhelm ging er zu Volhard nach Frankfurt. Schon frühzeitig wandte sich Germer der Tropenmedizin zu, und nach einer speziellen Weiterbildung in London wurde er im Auftrag der Rockefeller Foundation nach Brasilien für die Durchführung eines Gelbfieber-Forschungsprogramms delegiert. Während seiner Militärzeit von 1941 bis 1945 war er als Bakteriologe und Hygieniker tätig und leitete später ein Feldlaboratorium auf dem Balkan. Nach dem Kriege setzte Germer seine Tätigkeit an der Medizinischen Klinik in Tübingen fort, wo er sich 1949 habilitierte und 1955 zum apl. Professor ernannt wurde. In dieser Zeit war er als Stipendiat des British Council in Liverpool tätig, wo er mit Professor Downey über Pockenviren und unter Professor Stewart Harris über Influenza-Viren und über Erreger der atypischen Pneumonie arbeitete. 1954 wurde Germer als leitender Arzt an das Hospital des Deutschen Roten Kreuzes in Korea berufen.
1958 wurde Germer zum ärztlichen Direktor und Chefarzt der Inneren Abteilung des WenckebachKrankenhauses in Berlin-Tempelhof gewählt, wo er mit seinen Mitarbeitern auf dem Gebiete der Virologie, Immunologie sowie der Tropenmedizin eine "erste Adresse" in Berlin war.
1972 übernahm Germer die Geschäftsführung der Berliner Kongreßgesellschaft für Ärztliche Fortbildung, die er maßgeblich beeinflußte. Seine Tätigkeit erstreckte sich nicht nur auf administrative Aufgaben, sondern auch auf die Erstellung und Durchführung wissenschaftlicher Forschungsprogramme. Er verstand es, nicht nur Ärzte des deutschsprachigen Raumes nach Berlin zu holen, sondern hat sich auch in besonderer Weise um die Kollegen des damaligen Ostblocks gekümmert. Die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes ließ dies nach außen hin sichtbar werden.
Germer war nicht nur eine bedeutende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Medizin, sondern er hatte vielfältige Interessen im Bereich der bildenden Kunst, der Kunstgeschichte, der modernen Malerei, der Literatur und der modernen Musik.
Gotthard Schettler †,
Heidelberg
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