ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2013Transplantationsmedizin: Werbung für die Organspende

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Transplantationsmedizin: Werbung für die Organspende

Dtsch Arztebl 2013; 110(23-24): A-1129 / B-981 / C-977

Klinkhammer, Gisela

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Kurz vor dem „Tag der Organspende“ am 1. Juni haben die Delegierten des 116. Deutschen Ärztetages in Hannover ein deutliches Zeichen für die Bereitschaft zur Organspende gesetzt. „Organspende verdient Vertrauen, weil wir klar und eindeutig sehen, dass die von Selbstverwaltung und Gesetzgeber nach dem Transplantationsskandal ergriffenen Maßnahmen für mehr Kontrolle und Transparenz bei der Organvergabe greifen. Tausende Patienten verdanken ihr Überleben der Transplantationsmedizin und der Bereitschaft von Menschen, Organe zu spenden“, sagte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery.

Signal vom Deutschen Ärztetag: Die Delegierten in Hannover warben für die Organspende. Foto: Alexander Raths Fotolia
Signal vom Deutschen Ärztetag: Die Delegierten in Hannover warben für die Organspende. Foto: Alexander Raths Fotolia

Auch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben eine gemeinsame Kampagne vorgestellt. Sie steht unter dem Motto: „Das trägt man heute: den Organspendeausweis.“ Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) hofft, „dass wir mit unserer neuen Kampagne die Menschen, die diesem Thema bisher aus dem Weg gehen, anregen können, hier zu einer persönlichen Entscheidung zu kommen“.

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Bei der Eröffnung des Deutschen Ärztetages hatte Bahr ebenfalls für die Organspende geworben: „Jeder, der sich zu einer Organspende bereiterklärt, ist ein potenzieller Lebensretter.“ Es habe ihn allerdings massiv geärgert, dass es gerade zu einem Zeitpunkt, „als wir einen parteienübergreifenden Kompromiss beim Transplantationsgesetz gefunden haben, zu diesem Skandal kam“, sagte der Minister. Auch Montgomery sprach von einem „schweren Vertrauensverlust in die Gerechtigkeit der Medizin“. „Unser aller Anliegen muss es jetzt sein, durch Aufklärung und Information für neues Vertrauen in die Organspende zu werben.“ Dabei gehe es nicht nur um die Ausstellung möglichst vieler Organspendeausweise, es gehe vor allem auch um das Gespräch mit der Familie und um die Diskussion innerhalb der Familien, wie man zur Frage der Organspende steht, noch bevor der schwere Entschluss auf einen zukomme.

Vom Gesetzgeber wurde die Bundes­ärzte­kammer aufgefordert, den Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft in Richtlinien festzustellen. Deshalb fordern die Delegierten den Gesetzgeber auf, „geeignete Rahmenbedingungen zur schnellstmöglichen Einrichtung eines Transplantationsregisters zu schaffen“. Dieses Transplantationsregister sei bei der Bundes­ärzte­kammer und damit bei den Partnern der Selbstverwaltung anzusiedeln.

„Wir wissen, dass die große Mehrheit der Menschen in Deutschland grundsätzlich eine positive Einstellung zur Organspende hat, aber die wenigsten dokumentieren ihre Bereitschaft in einem Organspendeausweis“, sagte Prof. Dr. med. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Auf großen Plakaten sollen nun Prominente für die Organspende werben. Kli

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