ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2013Randnotiz: Medien können krank machen

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Randnotiz: Medien können krank machen

Dtsch Arztebl 2013; 110(23-24): A-1129 / B-981 / C-977

Zylka-Menhorn, Vera

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Medienberichte über vermeintliche Gesundheitsgefahren könnten Krankheitssymptome auslösen, obwohl es dafür keine objektive Grundlage gebe, so das Resümee einer experimentellen Studie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Für die im „Journal of Psychosomatic Research“ veröffentlichte Studie (2013; 74: 206– 12) wurden 147 Probanden im Alter von 19 bis 68 Jahren am Londoner King’s College nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt. 76 von ihnen sahen eine neunminütige BBC-Dokumentation über die gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen und WLAN-Signalen. Auch Personen, die unter elektromagnetischer Hypersensitivität litten, wurden befragt. 71 Personen verfolgten einen gleich langen BBC-Bericht über die Sicherheit von Internet- und Handydaten ohne gesundheitliche Aspekte.

Anschließend wurden alle Testpersonen einem 15-minütigen WLAN-Scheinsignal ausgesetzt. Danach mussten sie einen Fragebogen beantworten, inwiefern ihre Befinden durch elektromagnetische Felder beeinflusst wurden. 86,4 Prozent der Befragten gaben an, dass sie glaubten, einem WLAN-Signal ausgesetzt gewesen zu sein, 54 Prozent klagten über Beunruhigung, Kribbeln in den Extremitäten, Konzentrations­beeinträchtigungen und Beklemmung, zwei Probanden brachen den Test ab, weil sie so starke Symptome zeigten, dass sie sich keiner weiteren (Schein-)Strahlung aussetzen wollten. Dass die körperlichen Beschwerden bei den Betroffenen tatsächlich existierten, zeigten Untersuchungen mittels Kernspintomographie: Die schmerzverarbeitende Gehirnregion war tatsächlich aktiviert. Nur vier Probanden gaben an, dass sie keinem Signal ausgesetzt waren.

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