ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2013Medienecho: Weißer Rauch und lautes Trommeln

DEUTSCHER ÄRZTETAG

Medienecho: Weißer Rauch und lautes Trommeln

Dtsch Arztebl 2013; 110(23-24): A-1168 / B-1016 / C-1010

Klinkhammer, Gisela

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Die Presse kommentierte umfassend das Finanzierungskonzept der Bundes­ärzte­kammer. Sie zeigte häufig Verständnis für die Probleme der Ärzteschaft.

Großes Medienecho fand bereits im Vorfeld des 116. Deutschen Ärztetages das Konzept der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), das deren Präsident, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, ausführlich im „ZDF-Morgenmagazin“ (28. Mai) vorstellte. Am Abend wurde dies nochmals kurz in diversen Nachrichtenmagazinen, wie dem „Heute Journal“ (ZDF) und den „Tagesthemen“ (ARD) erläutert. Dort kommentierte es der SPD-Politiker Karl Lauterbach lapidar: „Ich bin überrascht, dass sich der Ärztetag so klar auf die Seite von Schwarz-Gelb gestellt hat.“

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Umfänglich würdigten die Tageszeitungen den Vorstoß der BÄK. So schrieb Dorothea Siems in der „Welt“ (29. Mai): „Die Ärzteverbände sind es gewohnt, im Wahlkampf Farbe zu bekennen. Das verwundert nicht, denn kaum ein anderer Berufsstand ist derart abhängig von politischen Weichenstellungen wie die Mediziner. Jede Gesundheitsreform verändert ihren Handlungsspielraum. Diesmal trommeln die Ärzte besonders laut. Denn mit der von SPD, Linken und Grünen angestrebten Bürgerversicherung droht Praxen und Kliniken eine finanzielle Auszehrung.“ Diese Einigkeit zwischen Regierung und Ärzteschaft kommentierte auch Guido Bohsem in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 29. Mai: „Es war ein Bild fast wie aus den schönsten Momenten der Arbeiterbewegung. Beinahe meinte man, ,wenn wir schreiten Seit’ an Seit’‘ im Hintergrund zu hören. So viel Einigkeit und Brüderlichkeit zwischen Politik und Ärzteschaft war selten. (. . .) Man kann es der Ärzteschaft nicht einmal übel nehmen. Die von versammelter Opposition geforderte Umstellung würde das gesamte System durchschütteln und kaum absehbare Konsequenzen für die Mediziner haben.“

Basil Wegener (dpa) schrieb im „General-Anzeiger“ (29. Mai), dass es „Montgomery wohl noch um etwas anderes als um die Kassenfinanzen geht. Wenn er gegen Einheitslösungen und für die Freiheit in der Medizin eintritt, kann das vor allem als Versuch verstanden werden, die Ärzteschaft aufzurichten. Viele Mediziner fühlen sich durch Honorarbudgets und Bürokratie niedergedrückt“.

Dass sich der Deutsche Ärztetag auch mit anderen Themen beschäftigte, blieb in der Presse nicht unerwähnt. So berichtete beispielsweise die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (30. Mai) über die Forderung der Delegierten, „die gesundheitliche Förderung sozial benachteiligter Menschen zu stärken“. „Wer von weniger als 800 Euro monatlich leben muss, hat eine weit geringere Lebenserwartung als Menschen mit höherem Einkommen. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery bewegt diese soziale Ungerechtigkeit“, schreibt Christina Sticht in einem „dpa“-Beitrag am 29. Mai.

Jörg Schmihing ging in der „Rheinpfalz“ am 31. Mai auf einen weiteren „kitzligen Punkt ein, der die jungen Mediziner umtreibt: Wie sollen Assistenzärzte den ambulanten Teil ihrer fachbezogenen Weiterbildung absolvieren, wenn sie beispielsweise arbeitsvertraglich an eine Klinik gebunden sind?“ Am Ende sei nach „vier Stunden Debatte mit weit mehr als 50 Redebeiträgen aus dem Kreis der Delegierten erst eine Runde im Hinterzimmer“ zu einem Ergebnis gekommen, für das Frank Ulrich Montgomery noch einen wohlwollen Vergleich gefunden habe: „Den weißen Rauch bei der Papstwahl.“

Und so fasste Johanna Dielmann-von Berg am 3. Juni in der „Ärzte-Zeitung“ ihre Eindrücke zusammen. „Für zwei Tage lag der Petersplatz gedanklich in Hannover: Bis der Streit um die Weiterbildung sich in ,weißem Rauch‘ auflöste. (. . .) Ein feuchter Gruß sollte die Delegierten am Ende auf den Ärztetag 2014 in Düsseldorf einstimmen: Auf den Tischen stand die Kräuterlimonade ,Fassbrause‘.“

Gisela Klinkhammer

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