ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2013HTA-Bericht: Handlungsbedarf bei Akutschmerztherapie

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HTA-Bericht: Handlungsbedarf bei Akutschmerztherapie

Dtsch Arztebl 2013; 110(23-24): A-1202 / B-1048 / C-1040

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Eine Akutschmerztherapie ist wirksam und auch kosteneffektiv für Krankenhäuser. Foto: picture alliance
Eine Akutschmerztherapie ist wirksam und auch kosteneffektiv für Krankenhäuser. Foto: picture alliance

Viele Krankenhäuser behandeln akute Schmerzen nicht optimal, obwohl eine effiziente Behandlung wirksam ist und Kosten spart. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler, die im Auftrag des DIMDI – Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information – die Effektivität der Akutschmerztherapie in Krankenhäusern untersucht haben. Ihre Ergebnisse fasst ein HTA-Bericht zusammen (Health Technology Assessment, systematische Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien), der kostenfrei auf den Webseiten des DIMDI abrufbar ist.

Die Autoren weisen nach, dass eine Akutschmerztherapie sowohl auf postoperativen als auch konservativen Krankenhausstationen wirksam und kosteneffektiv ist. Noch bessere Ergebnisse erzielen Akutschmerzdienste (ASD). Dabei übernimmt ein fester, ganztägig erreichbarer Personenkreis die Schmerztherapie und Dokumentation (mindestens ein Anästhesist und eine Pflegekraft). In einer Studie sparten ASD beispielsweise circa 17 Prozent der Kosten je Patient ein – vor allem dank kürzerer Verweildauer und geringerer Wiedereinweisungsrate.

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In vielen Krankenhäusern gibt es jedoch keine ASD, und häufig ist keine optimale Akutschmerztherapie in die Routineversorgung integriert. Schmerzen auf konservativen Stationen werden zudem schlechter versorgt als solche nach Operationen. Je nach Behandlungsmethode kommen zudem viele unterschiedliche Schmerzmedikamente zum Einsatz. Diese große Variation erschwert eindeutige Aussagen zugunsten einzelner Therapien. Insgesamt raten die Autoren, Schmerzen individuell zu behandeln. Eine Behandlung sollte zudem nicht nur Medikamente, sondern auch andere Verfahren umfassen (wie Physiotherapie oder Akupunktur). Die Autoren empfehlen einen systematischen Ausbau der ASD, wiederkehrende Schulungen des Personals, eine umfassende Dokumentation, schriftlich fixierte Richtlinien zur Behandlung, differenziert nach Krankheiten und Operationen, die Einbindung nichtmedikamentöser Verfahren und die systematische Bedarfsanalyse für Akutschmerztherapie auf konservativen Stationen.

Der HTA-Bericht „Akutschmerztherapie auf operativen und konservativen Stationen“ ist kostenfrei als Volltext abrufbar unter http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta346_bericht_de.pdf. EB

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