ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2013HIV: Struktur der Schutzhülle entschlüsselt

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HIV: Struktur der Schutzhülle entschlüsselt

Dtsch Arztebl 2013; 110(23-24): A-1130 / B-982 / C-978

Zylka-Menhorn, Vera

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Modell des HIVKapsids: Nur ein einziger Proteintyp bildet diese Struktur. Etwa 1 300 von ihnen fügen sich dafür zusammen. Foto: Zhao et al.
Modell des HIVKapsids: Nur ein einziger Proteintyp bildet diese Struktur. Etwa 1 300 von ihnen fügen sich dafür zusammen. Foto: Zhao et al.

Ein Team von US-Forschern hat die Struktur der Schutzhülle des HI-Virus-Genoms entschlüsselt (Nature 2013; 497: 643–6). Die nun vorliegenden Baupläne des Kapsids ermöglichen es, nach neuen therapeutischen Angriffspunkten zu suchen. Für die mehrjährige Forschung kam unter anderem der Petaflop-Supercomputers „Blue Waters“ der University of Illinois at Urbana-Champaign zum Einsatz.

Das Kapsid liegt unter der äußeren Hülle des Erregers und umschließt das Erbgut. Erst nachdem ein Virus in eine Zelle eingedrungen ist, öffnet sich die Kapsel, damit sich das nun freiliegende Virus-Genom ins Erbgut der Zelle einschleusen kann. Diese Kapselstruktur zu visualisieren, war eine mehrjährige Arbeit. Eine Schwierigkeit war die Züchtung eines Proteins und deren Kristallisation: 64 Millionen Einzelatome mussten computersimuliert werden. 95 Prozent dieser Atome gehörten zu den Wassermolekülen und darin gelösten Ionen, die das Kapsid einer Zelle umgeben, erklärt der Physiker und Koautor Klaus Schulten: „Nachdem wir die chemische Struktur des Kapsids nun genau kennen, ist es erstmals möglich, sehenden Auges pharmakologische Wirkstoffe zu entwickeln, die es angreifen. Vorher ging das nur nach dem Trial-and-Error-Prinzip.“ zyl

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