ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2013Psychotherapeutische Versorgung: KV Bayerns gegen Koordinierungsstelle

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Psychotherapeutische Versorgung: KV Bayerns gegen Koordinierungsstelle

PP 12, Ausgabe Juni 2013, Seite 246

Hillienhof, Arne; Bühring, Petra

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Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns lehnt Koordinierungsstellen der Krankenkassen ab, an die sich Patienten wenden sollen, bevor sie eine Psychotherapie in Anspruch nehmen. Über diese Koordinierungsstelle soll „der Patient bedarfsgerecht in die Therapie gesteuert“ werden, heißt es in einem Thesenpapier der Techniker-Krankenkasse (siehe auch Artikel in PP 5).

„Dies ist ein als Informationsangebot getarnter, massiver Eingriff in die Beziehung zwischen Patient und Arzt beziehungsweise Psychotherapeut“, sagte Ilka Enger, zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV. Dadurch werde nicht nur die freie Arzt- und Psychotherapeutenwahl der Patienten, sondern auch die Therapiefreiheit eingeschränkt. Sie kritisierte, eine neue, dem eigentlichen Behandlungsbeginn vorgeschaltete Instanz der Krankenkassen sei eine bürokratische Hemmschwelle, die es gerade Patienten mit akuten psychischen Erkrankungen schwermache, eine Therapie in Anspruch zu nehmen. „Es steht den Krankenkassen nicht zu, darüber zu entscheiden, ob in einem konkreten Fall Therapiebedarf besteht und welche Therapieform die geeignete ist. Das ist Sache der behandelnden Ärzte und Psychotherapeuten“, so Enger.

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Sie kritisierte außerdem die von den Kassen geäußerte Vermutung, Therapeuten würden Patienten zu selten eine Gruppentherapie empfehlen. Auch dies sei eine Unterstellung und ein Eingriff in die therapeutische Freiheit. Man sollte besser die Rahmenbedingungen für eine Gruppentherapie an die Praxisrealität anpassen, anstatt Zweifel an der Entscheidungskompetenz der niedergelassenen Psychotherapeuten zu streuen, sagte die KV-Vize. hil,pb

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