ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2013Fachbücher: Kritik des Autors
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In ihrem Text zitiert die Rezensentin Donna Orange sachlich falsch. Sie verwendet den Terminus „Hermeneutik des Verstehens“, der meines Wissens weder im Werk von Donna Orange noch in meinem Buch auftaucht. Gemeint ist wohl der Terminus „Hermeneutik des Vertrauens“, wie ihn sowohl Orange als auch ich verwenden. Gemeint ist damit eine Haltung gegenüber dem, was uns die Patienten in der therapeutischen Dyade mitteilen, die geprägt ist durch:

Die Annahme einer gemeinsamen Welt, in der beide leben, leiden, spielen oder nach Bedeutung suchen.

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Die Annahme, dass beide Partner guten Willens sind, gemeinsam nach Bedeutung und Wahrheit zu suchen.

Die Annahme, dass nicht alles offensichtlich, explizit und transparent ist, aber dass das, was nicht verborgen ist, ebenso wichtige Wahrheiten enthält.

Die Annahme, dass beide Partner als Grundlage die Bereitschaft haben, ein Verstehen zu finden, wo es Differenzen gibt. Also vertrauensvoll und mit guter Absicht ans Werk gehen.

Was der Inhalt einer Hermeneutik des Verstehens sein soll, ist mir nicht bekannt.

Wie der Titel es schon ausdrückt, beschäftigt sich mein Buch mit den Grundlagen eines intersubjektiven Ansatzes, so dass differenzialdiagnostische Erläuterungen nicht im Vordergrund stehen, gleichwohl aber vorhanden sind. Ich betreibe auch keine sogenannte Traumatherapie und reite auch nicht auf einer „Welle traumatherapeutischer Begeisterung“, wie die Rezensentin vermutet, sondern setze mich kritisch damit auseinander. Ich bin seit vielen Jahren als Psychoanalytiker niedergelassen und führe meine Therapien auch im Rahmen der analytischen Regularien durch. Alle in meinem Buch enthaltenen Fallvignetten referieren, deutlich erkennbar, lange analytische Therapieverläufe.

Schließlich möchte ich feststellen, dass ich mich von dem von der Rezensentin formulierten „intersubjektiven Grundprinzip“ („Stelle Dich als Therapeut/in ganz zur Verfügung, bleibe offen und beziehungssensibel im Verstehen des Geschehens zwischen Dir und dem Patienten“) deutlich distanziere. Eine solch pauschalisierte Haltung halte ich weder für hilfreich, noch findet sich in meinem Buch eine entsprechende Textpassage.

Andreas Bachhofen, 41238 Mönchengladbach

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