ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2013Psychoanalyse im Film: Wie virtuelle Wesen und Welten das Leben verändern

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Psychoanalyse im Film: Wie virtuelle Wesen und Welten das Leben verändern

PP 12, Ausgabe Juni 2013, Seite 281

Koch, Joachim

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Psychoanalytiker beschäftigen sich schon seit längerem mit Filmen und veröffentlichen psychoanalytische Filmbesprechungen in Fachzeitschriften wie „Psyche“ oder in Filmzeitschriften. In einem interdisziplinären Austausch hat sich der Dialog zwischen Psychoanalyse und Film entwickelt. Bei Filmvorführungen werden ausgewählte Filme von Psychoanalytikern kommentiert und mit dem Publikum diskutiert.

Für das Buch hatte der Herausgeber Kollegen gebeten, den Stoff seiner Filmvorschläge unter psychodynamischen Gesichtspunkten zu behandeln und ihnen eine Liste mit Filmvorschlägen zum Thema „Virtuelle Welten und Wesen im Film“ übermittelt. Als Themen wurden unter anderem genannt: die Welt als Konstrukt, alptraumhafte Visionen, die Sehnsucht nach einer besseren, perfekteren Welt, Parallelwelten, das Medium als Erweiterung des menschlichen Körpers, virtueller Sex, Identität und Identitätsdiffusion. Herausgekommen ist eine spannende Mischung von Filmbesprechungen. Die Filme werden umfassend vorgestellt, so dass auch psychoanalytisch eher unbedarfte Leser auf ihre Kosten kommen können.

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Der Herausgeber wollte mit den ausgewählten Filmen den Blick darauf lenken, dass der technische Fortschritt und die rasanten Entwicklungen im Internet das Leben bis in den persönlichsten Bereich verändert haben. Gleichzeitig wurde die Filmproduktion revolutioniert. Filme können als Oberflächenphänomene gesellschaftlich vor- und unbewusster Veränderungsprozesse sowie soziokultureller Befindlichkeiten verstanden werden.

Die ausgewählten 30 Filme umfassen einen Zeitraum von 40 Jahren. Der erste Film ist „Soljaris“, der 1972 in der UdSSR von Andrej Tarkowskij gedreht wurde. Es folgt mit „Welt am Draht“ eine beeindruckende Fernsehproduktion von Rainer Werner Fassbinder. Aus den letzten Jahren werden die Filme „Avatar“ (2009), „Surrogates“ (2009) sowie „Inception“ (2010) analysiert. Joachim Koch

Parfen Laszig (Hrsg.): Blade Runner, Matrix und Avatare. Psychoanalytische Betrachtungen virtueller Wesen und Welten im Film. Springer, Berlin 2013, 478 Seiten, gebunden, 39,95 Euro

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